Donnerstag, 13. September 2007

Alausi und die Teufelsnase

Wir waren gestern ja nur in Riobamba gewesen, da es dort ab 14:00 die Tickets fuer die Zugfahrt von Riobamba nach Alausi gibt. Wir standen auch um 15:00 am Schalter, der leider gar nicht offen war. Andere Touris (der Mann sah uebrigens aus wie Bruce Willis) klaerten uns dann auf, das der Ticketverkauf heute ausnahmsweise bereits von 9:00 bis 10:00 gelaufen sei. Es gibt fuer die Strecke in Riobamba auch nur 40 Tickets zu kaufen. Die restlichen 30 werden in Alausi verkauft. So wollten wir heute ganz clever und die ersten in Alausi am Bahnhof sein. Nach einer nur 4-stuendigen Nacht ging es also um 5:00 gleich wieder raus aus den Federn und mit Sack und Pack zum Busbahnhof. Die zweistuendige Busfahrt war trotz der unchristlichen Zeit sehr interessant. Und wir waren ja nicht die einzigen, die schon auf den Beinen waren. Der ganze Bus war randvoll mit Einheimischen. Die Fahrt ging durch wunderbare Landschaften inklusive Sonnenaufgang und entlang angsteinfloessender Abgruende. Klingt spektakulaer und das ist es auch wenn der Bus mehr auf der Gegenspur faehrt als auf der eigentlichen und sekundenbruchteile nach dem Einscheren der naechste Bus oder Lkw an uns vorbei rauscht. Gommaar hat auch immer sehr angestrengt vorn aus der grossen Windschutzscheibe geschaut. Ich sass leider hinter ihm, aber ich glaube seine Augen waren fast genauso gross wie die Aussicht nach vorn.

In Alausi lief uns dann alles mehr als aus dem Ruder. Kurz nach 8:00 Uhr waren wir am Schalter, wo ab um 9:00 die Tickets verkauft werden sollten. Wir sitzen gerade gemuetlich davor und fruehstuecken endlich als wir erfahren das heute wohl kein Zug kommen wird. Vielleicht aber ein Privatzug. Die Spekulationen bezueglich der Kosten fuer das Ticket mit diesem Zug haben die Geruechtekueche dann geflutet. Die Preisangaben von Einheimischen und anderen Touristen mit anderen Informationen reichten von $15 - $50. Die Wartezeit bis um halb 10 haben wir bei bestem Sonnenschein und einem kuehlen Bier erneut mit Kartenspielen verkuerzt. Als der Privatzug, der ploetzlich gar kein Zug war sondern ein umgebauter Reisebus auf Schienen, kam und der Preis mit $18 feststand waren wir auf jeden Fall nicht mit dabei. Keiner von uns war bereit diesen Preis fuer eine Strecke von zwei Kilometern zu bezahlen. So sind wir noch etwas durch den Ort gelaufen und haben die Idee einen Einheimischen mit Pick-Up anzusprechen um uns auf einen der Berggipfel zu fahren in die Tat umgesetzt. Die Aussicht war mehr als genial und wir waren mehr als entschaedigt.

Um 14:00 Uhr bestiegen wir dann unseren Bus nach Cuenca. Was wir alle nicht wussten, am Steuer sass schon wieder ein neuer Michael Schumacher. Ich denke ja, es war eigentlich eine Fahrt fuer den Elchtest und wir waren zufaelligerweise halt auch an Board. Unglaublich das ein Reisebus solche Geschwindigkeiten in einer Kurve uebersteht. Die Karosserie hat aber jedesmal auch deutlich hoerbar protestiert. Leider sass der Fahrer nicht bei uns im hinteren Teil, sonst haette er es sicherlich auch gehoert. Keine Ahnung wieso wir nicht in einer der unzaehligen Schluchten gelandet sind. Nach 4 Stunden durften wir am Ziel erleichtert aussteigen.

Alausi

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