Hey Leute,
die lange Sendepause ist dem Mangel an Internetbuden im Inland von Australien zuzuschreiben und das wir uns verstaerkt dort herum treiben. Ausserdem halten uns die Maedels so auf Trab das die Familie und lieben Freunde informationstechnisch leider etwas darunter zu leiden haben. :-)
Seit 7.2. reisen wir wir mit weiblicher Begleitung, was uns sicherlich auch mal nicht schadet. Jules, Mario, Yvi und ich sind gestern in Melbourne angekommen. Das gemuetliche durch das Land cruisen in einem 3x7 Meter Wohnmobil hat ganz klar seine Vorteile. Neben dem regelmaessigen Obstsalat tagsueber geht es am Abend mit einem ordentlichen Hauptgang und einem frischen Salat ganz ordentlich zur Sache. Wenn alle lieb waren gibt es sogar noch ein Eis. So manche Nacht haben wir in an einer ruhigen Landstrasse gestanden und lecker gemeinschaftlich gekocht. Momentan sind wir auf einem Camperpark in der Naehe von Melbourne.
Gestern sind wir aus dem National Park Wilsons Promontory zurueckgekommen. Hinter uns liegt ein herrlicher Strand mit absolut fantastischem Wasser. Das Wetter war leider nur am ersten Tag so richtig heiss. Den folgenden Tag hatte es bis zum Nachmittag geregnet bevor es erneut aufriss und wir noch einmal Sonne tanken konnten.
Auf Phillip Island haben wir gestern im Koala Conservation Centre verbotenerweise alle mal einen ganz jungen Koala am Hintern gekrault. Da die Racker ganze 20h am Tag schlafen sahen wir uns zu dieser Massnahme genoetigt. Die Fotos sprechen glaube ich fuer sich.
Uns geht es soweit allen ziemlich gut. Hoffe ich jetzt einfach mal! Unsere Route fuehrt uns die naechsten Tage weiter bis nach Adelaide. Dort gehts am 28.02. fix in den Flieger und wir springen direkt im Outback ueber Alice Springs ab. Dort haben wir noch einmal eine Woche um Uluru und ein paar Nationalparks zu besichtigen.
Ich hoffe demnaechst ueber die nun nur kurz abgehandelten vergangenen Tage noch einmal genauer berichten zu koennen.
PS: Der Bart ist gestutzt. Dschungelkoenig bin ich aber trotzdem gern! :-)
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Freitag, 22. Februar 2008
Samstag, 2. Februar 2008
Surfers Paradies
Zu viert ging es heute in den mondaenen Ort Surfers Paradies. Bei dem Namen dachte ich eher an einen kleinen verschlafenen Ort mit ein paar Strandlokalen, Holzhuetten und halt einer Menge Surfer. Ich lag aber sowas von daneben. Spiegelblanke Hochhaueser saeumen die Strandpromenade und die Stadt ist voll von Sonnenanbetern.
Das Wetter spielt mit, obwohl Regen angesagt war, und um 14:00 Uhr betreten wir den endlosen Strand der Gold Coast. Die Wellen sind beeindruckend und nachdem der Sonnenschirm aufgestellt und wir mit Sonnencreme zugekleistert sind kann uns nichts mehr aufhalten. Die 2-3 Meter hohen Wellen stuerzen auf uns ein und kommen mit einer unglaublichen Geschwindigkeit auf einen zugerast bevor sie einen verschlingen. Man bekommt einen deutlichen Eindruck von der Kraft des Wassers. Der Respekt davor laesst uns danach wieder das etwas flachere Wasser aufsuchen. Auch die Zeit rast und schnell ist es 17:00 Uhr und wir fahren zurueck. Auf dem Weg halten wir an einem Lokal in dem es ziemlich gute "Pies" gibt. Ich verdruecke eine mit Lamm und Minze. Eine andere mit Huehnchen und Gemuese. Der Tag wird wieder gemuetlich auf der Terrasse mit ein paar Bieren beschlossen.
Sonntag, 27. Januar 2008
Schnorcheln am Great Barrier Reef
Nachdem gestern ploetzlich Traumwetter mit sonnigen 35 Grad herrschte haben wir unsere Chance ergriffen und einen Ausflug zum Great Barrier Reef gebucht.
Das Wetter gibt dem gestrigen Bericht absolut recht und es ist ein genauso schoener Morgen wie bereits gestern. Wir rauschen mit unserem Camper zurueck in die Stadt. Stellen ihn in die kostenlose Tiefgarage eines riesigen Einkaufszentrums, packen unsere Sachen ein und machen dort ein kleines Fruehstueck mit Muesli und Banane. Kein tolles Ambiente aber es kann halt nicht immer ein Strand sein.
Punktlich um viertel nach acht stehen wir am Boot. Die Sonne ist bereits jetzt extrem heiss und ich frage ob wir den Tag ohne Sonnenbrand ueberleben werden. Zwei Stunden spaeter sind wir endlich am ersten Spot. Nach einer eher scherzgeschwaengerten Sicherheitseinweisung kann's losgehen. Zuvor haben wir uns bereits in die Ganzkoerper Schwimmanzuege gepellt. Wir sehen total albern aus. Macht aber nichts, die anderen ja auch. Ueberall wird kraeftig in die Taucherbrillen gespuckt, die Schwimmflossen an den Fuessen angebracht und die Schnorchel in die richtige Position gebracht. Mario geht zuerst unter Board. Ich folge ihm. Es folgen ein paar ungewohnte Minuten. Das Gesicht unter Wasser und irgend etwas im Mund habend meldet mein Kopf das Signal den Mund zu oeffnen und Luft zu holen. Klingt komisch, da man ja unter Wasser ist und eigentlich schoen den Mund zu lassen sollte. Ich atme wie ein Irrer und das Wasser verstaerkt dieses Geraeusch auch noch. Alles traegt nicht gerade zu meiner Beruhigung bei. Ich schwebe ueber das erste Korallenriff und bin von dem sich oeffnenden Anblick einfach nur begeistert. Ploetzlich taucht ein riesiger dunkler Krater zwischen zwei Riffs auf. Ich bin direkt darueber und bekomme etwas Panik. Habe das Gefuehl von der Stroemung hineingezogen zu werden. Schnell den Kopf wieder ueber die Wasseroberflaeche bringen und beruhigen. Danach habe ich es raus und es ist mit eins der schoensten Dinge die ich je erleben durfte. Riesige Papageienfische schwimmen unter mir. Vor mir teilt sich ein Schwarm viel kleinerer Fische und schaut sich neugierig nach mir um. Skalare und allerhand andere Fische bekomme ich noch vor die Taucherbrille. Zusammen mit den riesigen Korallenteppichen ein unglaublich schoenes Bild. Den Lunch an Board vertilge ich mit riesigem Hunger. Wir fahren an einen weiteren Spot und ich geniesse die letzte Stunde mit endlosem Geschnorchel.
Dienstag, 15. Januar 2008
Fototour durch Auckland
Um den Tag nicht ereignislos mit warten verbringen zu muessen ging es heute noch einmal bei feinstem Sonnenschein fuer ein paar Stunden nach Downtown um ein paar Eindruecke einzufangen.
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| Auckland Part II |
Freitag, 11. Januar 2008
"Forgotten World Highway"
Der Berg ist bestiegen.
Wieder zurueck auf der Strasse ist das Wetter ploetzlich spitzenmaessig und wir gehen zum naechsten Punkt des Tagesprogramms ueber. Ausgehend von Stratdord verlaeuft der "Forgotten Word Highway" ueber vier Bergruecken und durch das mit alten Relikten der ersten Siedler versetzte und isolierte Hinterland. Ueber Whangamomona, Mt Damper Falls, Ahititi und Waitara legen wir so noch gute 200 Kilometer zurueck. Bei den Wasserfaellen fehlt allerdings jedem von uns die Kraft um die noch 20 Minuten Weg dorthin auf sich zu nehmen.
Nachdem noch schnell eingekauft, der Wagen wieder vollgetankt und etwas gegessen wurde gab es dann zurueck im Hostel endlich das lang ersehnte Gipfelbier. Das ein Polizeiwagen in der Auffahrt stand hatte mich schon etwas stutzig werden lassen. Und tatsaechlich hatte die besorgte Betreiberin die Polizei ueber unser bisheriges Fehlen informiert.
Das die Kiwis besonders hilfsbereite und nette Menschen sind haben sie mir heute nicht zum ersten Mal bewiesen.
Besteigung des Mount Taranaki
6:00 Uhr aufstehen.
Ich bin in der Kueche. Sandwich machen, Trinkblase fuellen und Suesskram einpacken. Kamera und Umhaengetasche geschnappt und los zur Autovermietung. Fuenf vor sieben stehen wir drei vor verschlossenen Tueren, muessen aber nur kurz warten und dann haben wir den Wagen. Das Wetter hat sich wohl noch nicht ganz entschlossen aber der Wetterbericht hat viel Sonne vorhergesagt. Uuuund los geht's. Obwohl ich ein paar Bedenken wegen dem Linksverkehr hatte klappt das Fahren auf Anhieb super. Die Gangschaltung auf der linken Seite ist zwar wirklich gewoehnungsbeduerftig aber auch das laeuft. Am Visitor Center Egmont North stelle ich den Wagen ab, wir tragen uns in das Buch fuer die Gipfelbesteigungen ein und wandern puenktlich um 8:00 Uhr los.
Bei bestem Wetter kommen wir gut voran und als ich ploetzlich vor gut 200 Metern nach oben fuehrender Treppen stehe denke ich schon, dass die Besteigung nicht gerade etwas Besonderes wird.
Die Treppen hoeren auf und ich stehe am Anfang eines ca. 300 Meter nun folgendem Geroellfeld. Im 2:1 Rhythmus gehts bergauf. Zwei Schritt nach oben, einen Schritt zurueck schlittern. Irgendwann ist auch das vorbei und der kommende Abschnitt muss groesstenteils kletternd bewaeltigt werden. Das gefaellt mir nun wieder viel mehr. Ich bin im Element und suche mir meine Griffe und Tritte. Aber irgendwie zieht sich dieser Part scheinbar ewig hin. Der Gipfel rueckt nur sehr langsam naeher.
11:50 Uhr stehe ich im mit Schnee vereisten Krater des Mt. Taranaki und geniesse erschoepft die atemberaubende Aussicht ueber den Wolken. Den mit gut 40 Meter hoeheren Anstieg zum eigentlichen Gipfel schenke ich mir da ich nicht die richtige Ausruestung habe um diese schneevereiste letzte Huerde zu nehmen.
Der Abstieg wird fast noch anstrengender. Die erschoepften Knochen klettern zurueck, schlittern eine Ewigkeit ueber das weite Geroellfeld, werden hunderte von Stufen herabsteigend nach unten getrieben denn zwei Wolkenfelder treffen mit einer irren Geschwindigkeit genau vor uns zusammen und pressen sich am Berg aufsteigend nach oben. Der Wind zerrt an mir und versucht mich staendig mit dem am Hang liegenden Kies bekannt zu machen. Auf dem folgenden Abschnitt beginne ich jeden Schritt in den Knochen zu spueren und weiss das der naechste Tag nicht gerade angenehm werden wird. Ziemlich genau acht Stunden spaeter stehen wir um 15:50 wieder am Visitor Center und tragen uns wieder aus dem Buch aus.
Ich bin in der Kueche. Sandwich machen, Trinkblase fuellen und Suesskram einpacken. Kamera und Umhaengetasche geschnappt und los zur Autovermietung. Fuenf vor sieben stehen wir drei vor verschlossenen Tueren, muessen aber nur kurz warten und dann haben wir den Wagen. Das Wetter hat sich wohl noch nicht ganz entschlossen aber der Wetterbericht hat viel Sonne vorhergesagt. Uuuund los geht's. Obwohl ich ein paar Bedenken wegen dem Linksverkehr hatte klappt das Fahren auf Anhieb super. Die Gangschaltung auf der linken Seite ist zwar wirklich gewoehnungsbeduerftig aber auch das laeuft. Am Visitor Center Egmont North stelle ich den Wagen ab, wir tragen uns in das Buch fuer die Gipfelbesteigungen ein und wandern puenktlich um 8:00 Uhr los.
Bei bestem Wetter kommen wir gut voran und als ich ploetzlich vor gut 200 Metern nach oben fuehrender Treppen stehe denke ich schon, dass die Besteigung nicht gerade etwas Besonderes wird.
Die Treppen hoeren auf und ich stehe am Anfang eines ca. 300 Meter nun folgendem Geroellfeld. Im 2:1 Rhythmus gehts bergauf. Zwei Schritt nach oben, einen Schritt zurueck schlittern. Irgendwann ist auch das vorbei und der kommende Abschnitt muss groesstenteils kletternd bewaeltigt werden. Das gefaellt mir nun wieder viel mehr. Ich bin im Element und suche mir meine Griffe und Tritte. Aber irgendwie zieht sich dieser Part scheinbar ewig hin. Der Gipfel rueckt nur sehr langsam naeher.
11:50 Uhr stehe ich im mit Schnee vereisten Krater des Mt. Taranaki und geniesse erschoepft die atemberaubende Aussicht ueber den Wolken. Den mit gut 40 Meter hoeheren Anstieg zum eigentlichen Gipfel schenke ich mir da ich nicht die richtige Ausruestung habe um diese schneevereiste letzte Huerde zu nehmen.
Der Abstieg wird fast noch anstrengender. Die erschoepften Knochen klettern zurueck, schlittern eine Ewigkeit ueber das weite Geroellfeld, werden hunderte von Stufen herabsteigend nach unten getrieben denn zwei Wolkenfelder treffen mit einer irren Geschwindigkeit genau vor uns zusammen und pressen sich am Berg aufsteigend nach oben. Der Wind zerrt an mir und versucht mich staendig mit dem am Hang liegenden Kies bekannt zu machen. Auf dem folgenden Abschnitt beginne ich jeden Schritt in den Knochen zu spueren und weiss das der naechste Tag nicht gerade angenehm werden wird. Ziemlich genau acht Stunden spaeter stehen wir um 15:50 wieder am Visitor Center und tragen uns wieder aus dem Buch aus.
| Mount Taranaki |
Samstag, 5. Januar 2008
Abel Tasman National Park
Laeuft eigentlich etwas falsch wenn man mindestens jeden zweiten Tag schon um 7:00 Uhr aufsteht, obwohl man doch eigentlich keine Verpflichtungen hat? Nur mal wieder so am Rande gefragt! :-)
Irgendwie will meine kleine Pechstraehne nicht abreisen. Obwohl ich doch gestern extra wieder einmal beim Friseur war! Aber keine Angst, der Bart ist immer noch dran. Wenn auch die nette Friseur-Lady mehrfach nachgefragt hat ob sie da nicht doch etwas tun sollte. Ich hab sie nett gebeten: "Please, leave your fingers from it!" Ist jetzt wahrscheinlich nicht das perfekte Englisch, aber sie hat es laechelnd verstanden. Aber zurueck zum Pech, es ist wohl so, dass die Agenturen keinen alleine lospaddeln lassen. Man muss mindestens zu zweit sein. Ich haette am Montag noch eine gefuehrte 3-Tages-Tour fuer knapp EUR 200,- machen koennen, aber das ist weniger Abenteuer fuer noch mehr Geld. Also wurde wieder heftig geplant und ich habe den gestrigen Tag halb im Internet verbracht um die diversen Bus- und Faehrtickets zu buchen. So fahre ich nun morgen von Motueka ueber Picton nach Wellington zurueck. Und Uebermorgen gehts dann nach Stratford, das in der Naehe vom Egmont National Park liegt. Fuer den habe ich naemlich jetzt noch Zeit bevor es nach Auckland geht.
Ach ja, so frueh bin ich heute aufgestanden um mich mit dem Boot von Marahau an der Bark Bay absetzen zu lassen. Von hier ging es in einer sechsstuendigen Wanderung auf dem Coastal Walk zurueck nach Marahau. Am Ende des Tages war ich froh wie alles gelaufen ist. Ich kann ohne Probleme an einem Fleck sitzen und stundenlang auf einen atemberaubenden Berg schauen. Aber bei Sand und Wasser will mir das irgendwie nicht gelingen. Auch wenn die Szenerie wie hier wieder traumhaft war, so hat es mir doch fuer einen Tag gereicht. Freue mich viel mehr noch einmal in die Berge zu kommen!
Irgendwie will meine kleine Pechstraehne nicht abreisen. Obwohl ich doch gestern extra wieder einmal beim Friseur war! Aber keine Angst, der Bart ist immer noch dran. Wenn auch die nette Friseur-Lady mehrfach nachgefragt hat ob sie da nicht doch etwas tun sollte. Ich hab sie nett gebeten: "Please, leave your fingers from it!" Ist jetzt wahrscheinlich nicht das perfekte Englisch, aber sie hat es laechelnd verstanden. Aber zurueck zum Pech, es ist wohl so, dass die Agenturen keinen alleine lospaddeln lassen. Man muss mindestens zu zweit sein. Ich haette am Montag noch eine gefuehrte 3-Tages-Tour fuer knapp EUR 200,- machen koennen, aber das ist weniger Abenteuer fuer noch mehr Geld. Also wurde wieder heftig geplant und ich habe den gestrigen Tag halb im Internet verbracht um die diversen Bus- und Faehrtickets zu buchen. So fahre ich nun morgen von Motueka ueber Picton nach Wellington zurueck. Und Uebermorgen gehts dann nach Stratford, das in der Naehe vom Egmont National Park liegt. Fuer den habe ich naemlich jetzt noch Zeit bevor es nach Auckland geht.
Ach ja, so frueh bin ich heute aufgestanden um mich mit dem Boot von Marahau an der Bark Bay absetzen zu lassen. Von hier ging es in einer sechsstuendigen Wanderung auf dem Coastal Walk zurueck nach Marahau. Am Ende des Tages war ich froh wie alles gelaufen ist. Ich kann ohne Probleme an einem Fleck sitzen und stundenlang auf einen atemberaubenden Berg schauen. Aber bei Sand und Wasser will mir das irgendwie nicht gelingen. Auch wenn die Szenerie wie hier wieder traumhaft war, so hat es mir doch fuer einen Tag gereicht. Freue mich viel mehr noch einmal in die Berge zu kommen!
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| Abel Tasman National Park |
Dienstag, 25. Dezember 2007
Northern Circuit - Tag 2
Der fruehe Vogel faengt den Wurm! Also krieche ich doch um 8:00 Uhr aus meinem Schlafsack um das leckere Fruehstueck, bestehend aus einem Becher Instant-Porridge und einer Banane, anzugehen. Schnell ist alles wieder gepackt und ich bin eine Stunde spaeter wieder unterwegs.
An der Waihohonu Hut komme ich halb zwoelf an. Nun wurde es kompliziert. Von den angegebenen Laufzeiten ausgehend rechnete ich damit den Trek in drei bis vier Tagen zu laufen. Bis zum Endpunkt, Whakapapa Village, waren es noch 16 Kilometer. Hier gibt es nichts weiter zu sehen und es wuerde ein ziemlich langweiliger Tag werden. Da ich bisher gut in der Zeit war entschied ich mich kurzerhand den Circuit in zwei Tagen zu laufen und machte mich so nach einer kurzen Pause wieder auf den Weg. Im Gegensatz zum gestrigen Tag war ich heute lange Strecken voellig allein unterwegs. Bei frischem Wind ging es heute einem Tal folgend durch viele kleine Wasserlaeufe. Jetzt konnten auch endlich die in Santiago neu gekauften Wanderschuhe mal zeigen fuer was sie gemacht wurden.
Die Tagesetappe von 24 Kilometern beende ich 6,5 Stunden nach dem Start um halb vier im Whakapapa Village. Obwohl es gluecklicherweise beide Tage trocken blieb war es weite Abschnitte recht bewoelkt oder kein schoenes Licht und ich habe die Kamera nicht so oft wie sonst gezogen. Spaetestens morgen sollte sich zeigen, dass es die richtige Entscheidung war. Um die $10 fuer den Transport nach National Park zu sparen habe ich es wieder einmal mit trampen versucht. Hat auch super geklappt. Ein nettes Paar, die auch ueberall unterwegs sind, hat mich mitgenommen. Spaeter hab ich sie noch einmal wieder getroffen und wir haben ein, zwei Stunden lang Reiseabenteuer ausgetauscht.
Da die letzten beiden Tage recht Schweisstreibend waren bin ich froh als ich unter der Dusche stehe. Mein Weihnachtsessen faellt mit ein paar Nudeln und einer Dose Thunfisch recht ueppig aus. ;-) Aber da mir so gar nicht nach Weihnachten zumute ist stoert es mich auch nicht.
Mt Ruapehu hat sich seit ich hier bin gekonnt hinter Wolken versteckt. Hier herrscht typisches Bergwetter und so gehe ich davon aus ihn wenigstens Nachts "mit runtergelassenen Hosen" zu erwischen. So habe ich mich gegen Mitternacht aufgemacht und das Ergebnis koennt ihr im Fotoalbum sehen. ;-)
An der Waihohonu Hut komme ich halb zwoelf an. Nun wurde es kompliziert. Von den angegebenen Laufzeiten ausgehend rechnete ich damit den Trek in drei bis vier Tagen zu laufen. Bis zum Endpunkt, Whakapapa Village, waren es noch 16 Kilometer. Hier gibt es nichts weiter zu sehen und es wuerde ein ziemlich langweiliger Tag werden. Da ich bisher gut in der Zeit war entschied ich mich kurzerhand den Circuit in zwei Tagen zu laufen und machte mich so nach einer kurzen Pause wieder auf den Weg. Im Gegensatz zum gestrigen Tag war ich heute lange Strecken voellig allein unterwegs. Bei frischem Wind ging es heute einem Tal folgend durch viele kleine Wasserlaeufe. Jetzt konnten auch endlich die in Santiago neu gekauften Wanderschuhe mal zeigen fuer was sie gemacht wurden.
Die Tagesetappe von 24 Kilometern beende ich 6,5 Stunden nach dem Start um halb vier im Whakapapa Village. Obwohl es gluecklicherweise beide Tage trocken blieb war es weite Abschnitte recht bewoelkt oder kein schoenes Licht und ich habe die Kamera nicht so oft wie sonst gezogen. Spaetestens morgen sollte sich zeigen, dass es die richtige Entscheidung war. Um die $10 fuer den Transport nach National Park zu sparen habe ich es wieder einmal mit trampen versucht. Hat auch super geklappt. Ein nettes Paar, die auch ueberall unterwegs sind, hat mich mitgenommen. Spaeter hab ich sie noch einmal wieder getroffen und wir haben ein, zwei Stunden lang Reiseabenteuer ausgetauscht.
Da die letzten beiden Tage recht Schweisstreibend waren bin ich froh als ich unter der Dusche stehe. Mein Weihnachtsessen faellt mit ein paar Nudeln und einer Dose Thunfisch recht ueppig aus. ;-) Aber da mir so gar nicht nach Weihnachten zumute ist stoert es mich auch nicht.
Mt Ruapehu hat sich seit ich hier bin gekonnt hinter Wolken versteckt. Hier herrscht typisches Bergwetter und so gehe ich davon aus ihn wenigstens Nachts "mit runtergelassenen Hosen" zu erwischen. So habe ich mich gegen Mitternacht aufgemacht und das Ergebnis koennt ihr im Fotoalbum sehen. ;-)
| Tongariro National Park |
Sonntag, 16. Dezember 2007
Auckland
Nach erfolgreicher Wiedervereinigung in Buenos Aires sind wir heute um 4:00 Uhr in Auckland und damit offiziell auf "Kiwi-Nation" gelandet. Oder ging es hier doch mehr um Schafe? Ich werde es herausfinden.
Die ersten Stunden sind gespickt mit verschiedenen Attraktionen. Auf der Suche nach unserem Hostel, mittlerweile ist es gegen 7:00 Uhr, uebergibt sich das nach Hause schwankende Partyfolk eindrucksvoll auf den Strassen. Transvestiten und Prostituierte schlendern vorueber oder warten an der Ecke auf spaete Kundschaft. Kurz darauf sind wir die ersten Gaeste bei Starbucks und geniessen die frische Morgenluft ebenso wie den riesigen Pott guten Kaffee. Wenige Minuten spaeter setzen sich eine recht amuesant gekleidete aeltere Dame und ein Herr, man traegt den Hosenstall leger und offen, fuer eine ausufernde philosophische Diskussion neben uns.
Ich bin gespannt wie es die naechsten Tage weitergeht...
Um den eh schon durcheinander gebrachten Bio-Rhythmus nicht noch weiter zu belasten wird weiter durchgehalten und erst einmal ordentliches Essen im Supermarkt eingekauft und die erste Erkundungstour durch die Stadt unternommen. Aber alt werde ich heute nicht mehr und verschwinde recht zeitig gegen 20:00 Uhr in einem richtigen Bett seit 5 Tagen.
Die ersten Stunden sind gespickt mit verschiedenen Attraktionen. Auf der Suche nach unserem Hostel, mittlerweile ist es gegen 7:00 Uhr, uebergibt sich das nach Hause schwankende Partyfolk eindrucksvoll auf den Strassen. Transvestiten und Prostituierte schlendern vorueber oder warten an der Ecke auf spaete Kundschaft. Kurz darauf sind wir die ersten Gaeste bei Starbucks und geniessen die frische Morgenluft ebenso wie den riesigen Pott guten Kaffee. Wenige Minuten spaeter setzen sich eine recht amuesant gekleidete aeltere Dame und ein Herr, man traegt den Hosenstall leger und offen, fuer eine ausufernde philosophische Diskussion neben uns.
Ich bin gespannt wie es die naechsten Tage weitergeht...
Um den eh schon durcheinander gebrachten Bio-Rhythmus nicht noch weiter zu belasten wird weiter durchgehalten und erst einmal ordentliches Essen im Supermarkt eingekauft und die erste Erkundungstour durch die Stadt unternommen. Aber alt werde ich heute nicht mehr und verschwinde recht zeitig gegen 20:00 Uhr in einem richtigen Bett seit 5 Tagen.
| Auckland |
Dienstag, 4. Dezember 2007
Los Glaciares National Park - Tag 1
Nachdem es Jan auch rechtzeitig nach El Chalten geschafft hat und wir ihn am ausgemachten Treffpunkt finden brechen wir um 11:00 zur Tagesetappe auf. Entlang des Rio Fitz Roy folgen wir einem weiten Tal und erreichen das Camp de Agostini. Ich baue mein Zelt auf und beim Probesitzen stelle ich fest, das ich zur Haelfte herausschauen kann. Ich bin auf die Nacht gespannt und ob es sich auch wie in einem Sarg anfuehlen wird, nachdem es definitiv danach aussieht. Meinen Rucksack bekomme ich da auf keinen Fall mit herein, den muss ich in der Regenhuelle verpackt draussen lassen.
An der Laguna Torre, nicht weit vom Campingplatz entfernt, zeigt sich der Cerro Torre leider nur wolkenverhangen. An der rechten Seite der Lagune geht es auf Geroellhaengen bis zur Gletscherzunge heran. Auf dem Weg dorthin verspiel ich mich aber bei den im Wasser schwimmenden Eisbergen und schaffe so nur den halben Weg bis es dunkel wird. Dafuer habe ich Zeit den herrlichen Anblick auch mal eine Stunde lang einfach nur zu geniessen.
Zurueck im Camp wird noch gemeinsam gekocht und ich lerne Judith, aus Holland, kennen. Wie sich spaeter herausstellen wird noch ein gluecklicher Zufall.
An der Laguna Torre, nicht weit vom Campingplatz entfernt, zeigt sich der Cerro Torre leider nur wolkenverhangen. An der rechten Seite der Lagune geht es auf Geroellhaengen bis zur Gletscherzunge heran. Auf dem Weg dorthin verspiel ich mich aber bei den im Wasser schwimmenden Eisbergen und schaffe so nur den halben Weg bis es dunkel wird. Dafuer habe ich Zeit den herrlichen Anblick auch mal eine Stunde lang einfach nur zu geniessen.
Zurueck im Camp wird noch gemeinsam gekocht und ich lerne Judith, aus Holland, kennen. Wie sich spaeter herausstellen wird noch ein gluecklicher Zufall.
| Los Glaciares National Park |
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Montag, 26. November 2007
Pumalin Park
Zusammen mit Nicolas, einem in Chile lebenden Kanadier, ging es heute auf Tour durch den Pumalin Park. Und wieder bemerke ich die anscheinend für Patagonien typische Gelassenheit. Am Vorabend verabredeten wir uns für halb zehn. Nachdem wir noch kurz Proviant gekauft, in seinem Büro vorbeigeschaut, er an seinem Haus eine Nachricht hinterlassen hat und wir schliesslich noch zwei weiter Interessierte eingesammelt haben ist es 11:00 Uhr als wir Chaitén verlassen.
Dafür ist Nicolas ein sehr amüsanter und kundiger Guide und es macht Spass mit ihm den Park zu entdecken. Zu Beginn laufen wir auf dem kurzen "Alerce Trail" zwischen bis zu 4.000 Jahren alten Alerce Bäumen bevor es weiter zum Wasserfall des Flusses Tronador geht. Zum Abschluss wandern wir zu den beiden "Escondidas"-Wasserfällen. Bereits der untere der Beiden ist herrlich. Leider verlässt mich hier das Akku meiner Kamera nach bereits zwei Aufnahmen. Nachdem ich gestern Abend noch daran dachte ein Ersatzakku zu laden und es auch einzupacken lasse ich es heute jedoch im Auto liegen. Sehr clever! Richtig in den A.... beissen tue ich mich aber als wir den wunderschönen oberen Wasserfall erreichen. Dieser stürzt sich auf gut 15 Metern breite mindestens in doppelter Länge in die Tiefe. Auf dem Rückweg erreichen wir noch den Strand von Santa Barbara. Dieses Fleckchen Erde ist fast zu schön um es länger als eine halbe Stunde zu ertragen. Als plötzlich noch die Flossen von Delphinen auftauchen und die gewölbten Rücken in der Sonne glitzern wundere ich mich, warum jetzt nicht irgendeine tragende Musik einsetzt, der Abspann abläuft und sich der Vorhang schliesst. Ein perfektes Ende für jeden Hollywood-Film. Aber umso mehr für einen traumhaften Tag in einer faszinierender Landschaft.
Als kleine Zugabe gibt es einen herrlich freien Blick auf den östlich von Chaitén gelegenen Vulkan Michinmahuida. Dieser sieht aus wie eine Kopie des Matterhorns.
Dafür ist Nicolas ein sehr amüsanter und kundiger Guide und es macht Spass mit ihm den Park zu entdecken. Zu Beginn laufen wir auf dem kurzen "Alerce Trail" zwischen bis zu 4.000 Jahren alten Alerce Bäumen bevor es weiter zum Wasserfall des Flusses Tronador geht. Zum Abschluss wandern wir zu den beiden "Escondidas"-Wasserfällen. Bereits der untere der Beiden ist herrlich. Leider verlässt mich hier das Akku meiner Kamera nach bereits zwei Aufnahmen. Nachdem ich gestern Abend noch daran dachte ein Ersatzakku zu laden und es auch einzupacken lasse ich es heute jedoch im Auto liegen. Sehr clever! Richtig in den A.... beissen tue ich mich aber als wir den wunderschönen oberen Wasserfall erreichen. Dieser stürzt sich auf gut 15 Metern breite mindestens in doppelter Länge in die Tiefe. Auf dem Rückweg erreichen wir noch den Strand von Santa Barbara. Dieses Fleckchen Erde ist fast zu schön um es länger als eine halbe Stunde zu ertragen. Als plötzlich noch die Flossen von Delphinen auftauchen und die gewölbten Rücken in der Sonne glitzern wundere ich mich, warum jetzt nicht irgendeine tragende Musik einsetzt, der Abspann abläuft und sich der Vorhang schliesst. Ein perfektes Ende für jeden Hollywood-Film. Aber umso mehr für einen traumhaften Tag in einer faszinierender Landschaft.
Als kleine Zugabe gibt es einen herrlich freien Blick auf den östlich von Chaitén gelegenen Vulkan Michinmahuida. Dieser sieht aus wie eine Kopie des Matterhorns.
| Pumalin Park |
Freitag, 23. November 2007
Puerto Montt
Eigentlich wollte ich von Cochamó weiter nach Puelo, dort mit einem anderen Bus nach Puelche, wieder umsteigen und schliesslich nach Hornopirén. Von dort wäre eine Fähre nach Caleta Gonzales gefahren und es wäre nicht mehr weit bis nach Chaitén. Also steige ich gegen halb zwölf in den Bus. In Puelo, frage ich mich in der Dorfverwaltung bezüglich der Weiterfahrt durch. Die verträumten Damen meinen dann auch, dass um 13:00 ein Bus nach Puelche vorbeikommt. Ich lege alle meine Hoffnung in ihre Worte und stelle mich an die einzige Strasse. Vielleicht kann ich ja auch das relativ kurze Stück auch einfach trampen. Aber der eh' schon recht spärliche Verkehr fährt entweder nur im Dorf herum oder in die Richtung aus der ich gekommen bin.
Um halb zwei kommt tatsächlich ein Bus und ich atme erleichtert auf. Bevor er hält erkenne ich aber bereits, dass er der gleiche Bus ist aus dem ich vor etwas mehr als einer Stunde ausgestiegen bin. Und heute fährt definitiv kein Bus in die von mir eingeschlagene Richtung. Kurz entschlossen springe ich auf und fahre drei Stunden zurück nach Puerto Varas und gleich weiter nach Puerto Montt um dort morgen auf jeden Fall die Fähre nach Chaitén zu nehmen.
Mittlerweile ist es halb sechs, ich habe mir ein Zimmer genommen und suche in strömenden Regen den Hafen und dort das Büro der Reederei. Schliesslich bekomme ich für 22,- Euro ein Ticket und so geht es dann morgen um 22:00 auf einer zehnstündigen Fahrt nach Chaitén. Und damit bin ich endlich in Patagonien angekommen.
Um halb zwei kommt tatsächlich ein Bus und ich atme erleichtert auf. Bevor er hält erkenne ich aber bereits, dass er der gleiche Bus ist aus dem ich vor etwas mehr als einer Stunde ausgestiegen bin. Und heute fährt definitiv kein Bus in die von mir eingeschlagene Richtung. Kurz entschlossen springe ich auf und fahre drei Stunden zurück nach Puerto Varas und gleich weiter nach Puerto Montt um dort morgen auf jeden Fall die Fähre nach Chaitén zu nehmen.
Mittlerweile ist es halb sechs, ich habe mir ein Zimmer genommen und suche in strömenden Regen den Hafen und dort das Büro der Reederei. Schliesslich bekomme ich für 22,- Euro ein Ticket und so geht es dann morgen um 22:00 auf einer zehnstündigen Fahrt nach Chaitén. Und damit bin ich endlich in Patagonien angekommen.
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| Puerto Montt |
Montag, 19. November 2007
Choshuenco
Da meine erste Wahl der Unterkunft gestern abend nicht unbedingt die beste Adresse am Platz war und ich für das gleiche Geld auch in einer saubereren Umgebung schlafen konnte habe ich als Erstes heute morgen einen Quartierwechsel in das "Hostal Choshuenco" durchgeführt. Auch das nirgendwo ein Internetcafé zu entdecken war bedeutete wohl, dass ich hier wirklich richtig "weit weg vom Schuss" war.
Mit dem restlichen Käse und Brot, vom gestrigen Abendbrot, bin ich halb elf zu einer dreistündigen Wanderung nach Fondo Enco, einer absolut einsam gelegenen Farm, aufgebrochen. Ich war keine zehn Minuten aus der kleinen Siedlung heraus als mich ein freundlicher Vorbeifahrender fragte ob er mich mitnehmen solle. Ich konnte ihm nur dankend ablehnen. Wandern wollte ich und am besten auch keine weiteren Autos mehr sehen. Auf dem Weg kamen einige schöne Flecken zum Rasten, die ich auch gern genutzt habe. Die Ausblicke auf endlose Weideflächen, schneebedeckte Berg- und Vulkangipfel und kristallklare Bäche waren jeden Schritt wert. Gegen halb fünf kehrte ich zufrieden zurück. Nur meine Füsse hatten in den noch nicht eingelaufenen Schuhen ziemlich gelitten. Anschliessend liess ich mir endlich auch mal wieder ein ordentliches Essen servieren. Nach etwas Tagebuchschreiben und ein paar gelesenen Seiten im Roman war ich eingeschlafen.
Mit dem restlichen Käse und Brot, vom gestrigen Abendbrot, bin ich halb elf zu einer dreistündigen Wanderung nach Fondo Enco, einer absolut einsam gelegenen Farm, aufgebrochen. Ich war keine zehn Minuten aus der kleinen Siedlung heraus als mich ein freundlicher Vorbeifahrender fragte ob er mich mitnehmen solle. Ich konnte ihm nur dankend ablehnen. Wandern wollte ich und am besten auch keine weiteren Autos mehr sehen. Auf dem Weg kamen einige schöne Flecken zum Rasten, die ich auch gern genutzt habe. Die Ausblicke auf endlose Weideflächen, schneebedeckte Berg- und Vulkangipfel und kristallklare Bäche waren jeden Schritt wert. Gegen halb fünf kehrte ich zufrieden zurück. Nur meine Füsse hatten in den noch nicht eingelaufenen Schuhen ziemlich gelitten. Anschliessend liess ich mir endlich auch mal wieder ein ordentliches Essen servieren. Nach etwas Tagebuchschreiben und ein paar gelesenen Seiten im Roman war ich eingeschlafen.
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| Choshuenco |
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Sonntag, 11. November 2007
Streifzüge in Santiago
Nach einer erholsamen Nacht & einem guten Frühstück mache ich mich auf den Weg ins Stadtzentrum von Santiago. Da meine Unterkunft etwas ausserhalb liegt brauche ich eine gute Stunde und dann verschwinde ich im Trubel der Grossstadt. Obwohl hier 6 Millionen Menschen leben wirkt das Strassenleben sehr locker. Keine ständig hupenden Taxifahrer wie in Equador und Peru. Keine fliegenden Händler die einem alles mögliche verkaufen wollen. Es ist alles sehr westlich. Und sehr sauber. In den Einkaufsmeilen findet man grosse Malls und Geschäfte nur zu gut bekannter Fast-Food-Ketten. Von den Gebäudefronten rieselt leise entspannte Musik aus den Lautsprechern und auf die Passanten.
Der Fischmarkt mit seinen vielen kleinen Ständen und Restaurants in der Nähe des Plaza de Armas ist eine kleine Attraktion. Es gibt eine riesige Auswahl an Fischen und Meeresfrüchten zu bestaunen. Vieles davon habe ich noch nie im Leben gesehen. Manches Tier ist halb so gross wie ich und wiegt wahrscheinlich auch die Hälfte von mir.
Endlich gibt es auch ein paar gute Geschäfte um ein paar neue Trekkingschuhe zu finden. Auf dem Rückweg decke ich mich mit Lebensmitteln ein um endlich einmal wieder selbst zu kochen. Es gibt Suppe. Das Hühnchenfleisch sieht zwar bereits verdächtig aus, denke ich, andererseits habe ich mit Sicherheit schon Fleisch mit einer viel höheren Bedenklichkeitsstufe auf der bisherigen Reise gegessen. Am Abend schmeckt es und vom Magen kommen auch keine beängstigenden Rückmeldungen.
Scott ist ein sehr hilfreicher Hostelbetreiber, wenn auch ein bischen merkwürdig. Seine Gäste dürfen z.B. nicht abwaschen. Da will ich mich bestimmt nicht drüber beschweren. Das es im ganzen Haus aber kein Spülmittel gibt und er den Abwasch mit einem Schwamm aus grauer Vorzeit erledigt wirkt etwas suspekt. Am besten einfach keine Gedanken darüber verschwenden. Er ist auf jeden Fall ein sehr naturliebender Bursche und versucht die Verschmutzung durch den Menschen auf ein Minimum zu beschränken. Ein Auto hat er aber auch im Hinterhof stehen.
Später sitzen alle über Karten und Reiseführer gebäugt am Küchentisch um eine gute Route für die geplante Zeit auszuarbeiten. Ein guter aber billiger Rotwein fehlt natürlich auch nicht.
Der Fischmarkt mit seinen vielen kleinen Ständen und Restaurants in der Nähe des Plaza de Armas ist eine kleine Attraktion. Es gibt eine riesige Auswahl an Fischen und Meeresfrüchten zu bestaunen. Vieles davon habe ich noch nie im Leben gesehen. Manches Tier ist halb so gross wie ich und wiegt wahrscheinlich auch die Hälfte von mir.
Endlich gibt es auch ein paar gute Geschäfte um ein paar neue Trekkingschuhe zu finden. Auf dem Rückweg decke ich mich mit Lebensmitteln ein um endlich einmal wieder selbst zu kochen. Es gibt Suppe. Das Hühnchenfleisch sieht zwar bereits verdächtig aus, denke ich, andererseits habe ich mit Sicherheit schon Fleisch mit einer viel höheren Bedenklichkeitsstufe auf der bisherigen Reise gegessen. Am Abend schmeckt es und vom Magen kommen auch keine beängstigenden Rückmeldungen.
Scott ist ein sehr hilfreicher Hostelbetreiber, wenn auch ein bischen merkwürdig. Seine Gäste dürfen z.B. nicht abwaschen. Da will ich mich bestimmt nicht drüber beschweren. Das es im ganzen Haus aber kein Spülmittel gibt und er den Abwasch mit einem Schwamm aus grauer Vorzeit erledigt wirkt etwas suspekt. Am besten einfach keine Gedanken darüber verschwenden. Er ist auf jeden Fall ein sehr naturliebender Bursche und versucht die Verschmutzung durch den Menschen auf ein Minimum zu beschränken. Ein Auto hat er aber auch im Hinterhof stehen.
Später sitzen alle über Karten und Reiseführer gebäugt am Küchentisch um eine gute Route für die geplante Zeit auszuarbeiten. Ein guter aber billiger Rotwein fehlt natürlich auch nicht.
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| Santiago de Chile |
Mittwoch, 7. November 2007
Salar de Uyuni
Es ist halb elf und wir stehen seit einer halben Stunde vor dem Büro der Agentur. Eigentlich sollte es jeden Moment losgehen. Der Jeep ist weit und breit nicht zu sehen, der Mitarbeiter klärt uns auf, das an der Tankstelle wohl Hochbetrieb herrschen muss. Warum der Jeep erst am Tag der Abfahrt aufgetankt werden muss bleibt mir auch nach der Erklärung schleierhaft. Die Leute machen das ja nicht zum ersten Mal, denke ich mir, und entspanne mich wieder. Ausserdem warten wir ja auch noch auf ein paar andere Teilnehmer, die direkt aus La Paz kommen. Da wären zum einen Ilse und Klaus aus Frankfurt (Main) und Gisela & David aus Spanien. Wir kommen alle schnell ins Gespräch und verstehen uns auf Anhieb sehr gut.
Unser Gepäck ist verstaut und wir verlassen Uyuni. Nach einigen Minuten Fahrt erreichen wir auch schon den alten Eisenbahnfriedhof in der Nähe, unser erster Stopp. Diese alten Giganten rosten in der Öde dahin und werden es wahrscheinlich auch noch Jahrzehnte tun, allein schon für die vielen Touristen. Viel Zeit um gute Fotos machen zu können bleibt nicht. Unser Fahrer, Christobal, ruft uns noch "trenta minutos" hinterher während ich im Gehen bereits den Objektivdeckel ab und dafür einen Filter draufschraube.
Weiter gehts zu dem kleinen Ort Colchani, wo wir etwas über den Salzabbau erfahren könnten, wenn wir nicht schon wieder mit Fotografieren beschäftigt wären. Wieder gehts rein in den Jeep und ein paar Minuten später auch schon wieder raus um auf die ersten Salzberge zu blicken. Aber viel mehr fasziniert mich diese anscheinende Endlosigkeit die sich am Horizont andeutet. Es bleibt keine Zeit um die ersten Eindrücke zu verarbeiten, Christobal drückt schon auf die Hupe. Wie sich in den folgenden Tagen herausstellen wird ist sie ein bequemes Instrument um berauschte Touristen wieder zur Vernunft zu bringen. Wir preschen weiter und stoppen am Hotel de Sal, mitten auf dem Salar. Aus ökologischen Gründen wurde das Hotel eingestellt. Da unsere junge Köchin, Maria, hier das Mittag für uns zubereitet bleibt auch Zeit ein kühles Bier zu geniessen.
Wir fahren ein paar Stunden weiter und erreichen gegen 16:00 die Isla de Incahuasi. Die mit bis zu zwölf Meter hohen und 1.200 Jahre alten Kakteen bedeckte Insel ist ein kleines Paradies inmitten dieses blendenden Weiss des Salars. Eine Stunde bleibt uns um den Ort zu geniessen. Selten erschienen mir 60 Minuten derartig kurz. Ich haste über die Insel, suche gute Motive, wechsel Objektive und Filter und habe eigentlich keine Zeit den fantastischen Ort zu geniessen. Ich sehe die Anderen bereits zurücklaufen als auch ich die endgültige Hupe ertönen höre. Verdammt! Aber wir müssen uns beeilen, denn Christobal möchte uns zum Sonnenuntergang noch etwas weiter südwestlich auf dem Salar absetzen. Hier haben wir endlich einmal genug Zeit um diese grossartige Landschaft zu geniessen. Es herrscht absolute Stille. Kein einziges Geräusch dringt zu uns durch. Fantastisch!
Die Sonne ist untergegangen und innerhalb von 10 Minuten fällt die Temperatur um 10 Grad. Es wird sofort kalt. Die Nacht verbringen wir in einem Salzhotel am Rand des Salars in der Nähe von Chuvica.
Am folgenden Tag erreichen wir San Juan de Rosario. In dem kleinen Ort gibt es in einem Museum eine Mumie zu besichtigen. Ich verliere hier aber das Okular meiner Kamera und verbringe die meiste Zeit mit der Suche danach. Wenigstens war ich erfolgreich. Wenige Minuten später erreichen wir einen alten Friedhof, Necropolis, aus Vor-Inka-Zeiten. Die Gebeine liegen in grösseren ausgehölten Korallenformationen. Einige auch einfach auf dem Boden. Nach zehn Minuten geht es aber auch schon wieder weiter und wir halten an einem Aussichtspunkt auf den aktiven Vulkan Ollagüe, auf dessen Spitze ständig eine Rauchfahne weht.
Obwohl die Agentur uns 2 Liter Wasser pro Person am Tag zugesichert hat ist davon weit und breit nichts zu sehen. Auch Christobal verneint unsere Frage danach. Nachdem wir gestern unser letztes eigenes Wasser verbraucht haben ist es heute in der Höhe und bei der Wärme recht anstrengend. Zum Glück haben Ilse und Klaus etwas Wasser für uns. Eine mir unbegreifliche Fahrlässigkeit der Agentur!
Nach 30 Minuten hetzen wir weiter. Wir besuchen die Laguna Canapa, ein von farbenprächtigen Bergen eingerahmter Ort, an der wir die ersten Flamingos des Tages beobachten können. Während Maria unser Essen zubereitet sind wir ziemlich beschäftigt diese Landschaft zu geniessen und das ganze irgendwie in die Kamera zu zwingen. Wäre ich nicht so hunrig würde ich die Rufe der Anderen, an den Mittagstisch zu kommen, einfach ignorieren. Es ist atemberaubend schön hier!
Es folgen die beiden Lagunen Hedionda und Chiarcota. Beide bieten noch mehr Flamingos und weitere wunderbare Ausblicke. Die Fahrt geht durch eine endlos scheinende Mondlandschaft weiter. Immer wieder bin ich völlig fasziniert von den farbenprächtigen Berghängen. Und es ist nur Gestein, das letzte Grün liegt mehr als zwei Tage hinter mir. Als wir Arbol de Piedre erreichen kann ich meine Begeisterungsfähigkeit sogar noch etwas weiter steigern. Der "steinerne Baum" sieht einfach unglaublich aus und das Licht ist geradezu perfekt.
Wir haben etwas gebummelt und die Zeit wird knapp um zum Sonnenuntergang die Laguna Colorada zu erreichen. Plötzlich bleibt unser Jeep stehen. Alles klar, ich ahne es, ein Blick auf die Tankanzeige bestätigt meine Vermutung. Anstatt die letzte Pause zum Betanken zu nutzen stehen wir jetzt da und Klaus hilft Christobal. An der Lagune erhaschen wir die letzten Augenblicke des Sonnenuntergangs und es wird wieder einmal sofort eiskalt. Die erste Herberge ist bereits komplett belegt und wir fahren noch einmal 30 Minuten weiter um unser Lager auf 4.370 Höhenmetern zu beziehen.
Um 4:30 heisst es Aufstehen. Auf uns wartet die gut eine Stunde Fahrtzeit entfernt gelegene "Sol de Mañana", ca. 90 Grad heisse Geysire. Hier kann man ohne Wegen folgen zu müssen oder von Absperrungen behindert über das Terrain laufen. Nicht ganz ungefährlich, wenn man bedenkt wie unstabil solch eine Gegend ist. Aber wir sind ja in Bolivien. Obwohl es bitter kalt ist, meine Handschuhe habe ich leider im grossen Rucksack vergessen, und es bis zum Himmel nach verfaulten Eiern stinkt ist auch dieser Ort faszinierend. Die Sonne bricht durch die Dunstschwaden. Vereinzelt kann man andere Personen ausmachen, die dann gleich wieder zu verschwinden scheinen. Eine ganz tolle Stimmung. Wenn uns Christobal nicht zur Weiterfahrt bewegen würde wäre ich es der spätestens jetzt darauf drängen würde. Es ist mittlerweile 6:00, ich habe genug von der stinkenden Luft inhaliert und mein Hungergefühl lässt sich nicht mehr ignorieren.
An einer weiteren Lagune lässt die Sonne riesige Mengen Feuchtigkeit verdunsten und die zusammen mit den Nebelschwaden bilden sich herrliche Anblicke. Wir lassen uns den von Maria gebackenen Kuchen und einen warmen Tee zum Frühstück schmecken. Ein absolutes Highlight wartet leider bis zum Schluss auf uns und wir können es nur 10 Minuten geniessen, die Laguna Verde. Sie befindet sich direkt am Fuss des Vulkans Lincancabur und wartet mit einem strahlend weissen Ufer und leuchtend grünem Wasser auf. Erneut bin ich sprachlos. Mache wie in Trance ein paar Panorama-Aufnahmen. Geniessen kann ich den Anblick in der kurzen Zeit leider nicht. Wir müssen gegen 10:00 den Bus an der Grenze erwischen.
Schaffen wir auch. Wir verabschieden uns von Christobal und Maria. Von Mario muss ich mich ebenso verabschieden. Und das an seinem Geburtstag! Da er noch in Bolivien bleiben möchte fährt er nach Uyuni zurück während ich in den Bus steige der mich nach Chile bringt. Ein komisches Gefühl, den langjährigen Freund und nun auch mehrmonatigen Reisegefährten durch eine Scheibe getrennt in der staubigen Pampa stehen zu lassen. Zu wissen, dass man sich wohl erst in 5 Wochen wieder sehen wird, erzeugt ein komisches Gefühl in der Magengegend. Aber es ist auch aufregend. Wir albern noch etwas herum. Ich versuche etwas von den Erklärungen des Busfahrers zur Einreise nach Chile mitzubekommen, drehe mich noch einmal nach Mario um aber er ist schon weg. Kommt man allein zurecht? Wird es langweilig? Ich werde es erleben!
Die Einreisebedingungen für Chile sind recht streng. Auf Anraten des Busfahrers werden Tüten voller Coca-Blätter entsorgt und es fliegen die Marihuana-Tüten während der Fahrt aus dem Bus. An der Grenzstation wird jeder Rucksack geöffnet und grob durchgeschaut. Kurz darauf steige ich in San Pedro de Atacama aus dem Bus. Bin in Chile angekommen.
Unser Gepäck ist verstaut und wir verlassen Uyuni. Nach einigen Minuten Fahrt erreichen wir auch schon den alten Eisenbahnfriedhof in der Nähe, unser erster Stopp. Diese alten Giganten rosten in der Öde dahin und werden es wahrscheinlich auch noch Jahrzehnte tun, allein schon für die vielen Touristen. Viel Zeit um gute Fotos machen zu können bleibt nicht. Unser Fahrer, Christobal, ruft uns noch "trenta minutos" hinterher während ich im Gehen bereits den Objektivdeckel ab und dafür einen Filter draufschraube.
Weiter gehts zu dem kleinen Ort Colchani, wo wir etwas über den Salzabbau erfahren könnten, wenn wir nicht schon wieder mit Fotografieren beschäftigt wären. Wieder gehts rein in den Jeep und ein paar Minuten später auch schon wieder raus um auf die ersten Salzberge zu blicken. Aber viel mehr fasziniert mich diese anscheinende Endlosigkeit die sich am Horizont andeutet. Es bleibt keine Zeit um die ersten Eindrücke zu verarbeiten, Christobal drückt schon auf die Hupe. Wie sich in den folgenden Tagen herausstellen wird ist sie ein bequemes Instrument um berauschte Touristen wieder zur Vernunft zu bringen. Wir preschen weiter und stoppen am Hotel de Sal, mitten auf dem Salar. Aus ökologischen Gründen wurde das Hotel eingestellt. Da unsere junge Köchin, Maria, hier das Mittag für uns zubereitet bleibt auch Zeit ein kühles Bier zu geniessen.
Wir fahren ein paar Stunden weiter und erreichen gegen 16:00 die Isla de Incahuasi. Die mit bis zu zwölf Meter hohen und 1.200 Jahre alten Kakteen bedeckte Insel ist ein kleines Paradies inmitten dieses blendenden Weiss des Salars. Eine Stunde bleibt uns um den Ort zu geniessen. Selten erschienen mir 60 Minuten derartig kurz. Ich haste über die Insel, suche gute Motive, wechsel Objektive und Filter und habe eigentlich keine Zeit den fantastischen Ort zu geniessen. Ich sehe die Anderen bereits zurücklaufen als auch ich die endgültige Hupe ertönen höre. Verdammt! Aber wir müssen uns beeilen, denn Christobal möchte uns zum Sonnenuntergang noch etwas weiter südwestlich auf dem Salar absetzen. Hier haben wir endlich einmal genug Zeit um diese grossartige Landschaft zu geniessen. Es herrscht absolute Stille. Kein einziges Geräusch dringt zu uns durch. Fantastisch!
Die Sonne ist untergegangen und innerhalb von 10 Minuten fällt die Temperatur um 10 Grad. Es wird sofort kalt. Die Nacht verbringen wir in einem Salzhotel am Rand des Salars in der Nähe von Chuvica.
Am folgenden Tag erreichen wir San Juan de Rosario. In dem kleinen Ort gibt es in einem Museum eine Mumie zu besichtigen. Ich verliere hier aber das Okular meiner Kamera und verbringe die meiste Zeit mit der Suche danach. Wenigstens war ich erfolgreich. Wenige Minuten später erreichen wir einen alten Friedhof, Necropolis, aus Vor-Inka-Zeiten. Die Gebeine liegen in grösseren ausgehölten Korallenformationen. Einige auch einfach auf dem Boden. Nach zehn Minuten geht es aber auch schon wieder weiter und wir halten an einem Aussichtspunkt auf den aktiven Vulkan Ollagüe, auf dessen Spitze ständig eine Rauchfahne weht.
Obwohl die Agentur uns 2 Liter Wasser pro Person am Tag zugesichert hat ist davon weit und breit nichts zu sehen. Auch Christobal verneint unsere Frage danach. Nachdem wir gestern unser letztes eigenes Wasser verbraucht haben ist es heute in der Höhe und bei der Wärme recht anstrengend. Zum Glück haben Ilse und Klaus etwas Wasser für uns. Eine mir unbegreifliche Fahrlässigkeit der Agentur!
Nach 30 Minuten hetzen wir weiter. Wir besuchen die Laguna Canapa, ein von farbenprächtigen Bergen eingerahmter Ort, an der wir die ersten Flamingos des Tages beobachten können. Während Maria unser Essen zubereitet sind wir ziemlich beschäftigt diese Landschaft zu geniessen und das ganze irgendwie in die Kamera zu zwingen. Wäre ich nicht so hunrig würde ich die Rufe der Anderen, an den Mittagstisch zu kommen, einfach ignorieren. Es ist atemberaubend schön hier!
Es folgen die beiden Lagunen Hedionda und Chiarcota. Beide bieten noch mehr Flamingos und weitere wunderbare Ausblicke. Die Fahrt geht durch eine endlos scheinende Mondlandschaft weiter. Immer wieder bin ich völlig fasziniert von den farbenprächtigen Berghängen. Und es ist nur Gestein, das letzte Grün liegt mehr als zwei Tage hinter mir. Als wir Arbol de Piedre erreichen kann ich meine Begeisterungsfähigkeit sogar noch etwas weiter steigern. Der "steinerne Baum" sieht einfach unglaublich aus und das Licht ist geradezu perfekt.
Wir haben etwas gebummelt und die Zeit wird knapp um zum Sonnenuntergang die Laguna Colorada zu erreichen. Plötzlich bleibt unser Jeep stehen. Alles klar, ich ahne es, ein Blick auf die Tankanzeige bestätigt meine Vermutung. Anstatt die letzte Pause zum Betanken zu nutzen stehen wir jetzt da und Klaus hilft Christobal. An der Lagune erhaschen wir die letzten Augenblicke des Sonnenuntergangs und es wird wieder einmal sofort eiskalt. Die erste Herberge ist bereits komplett belegt und wir fahren noch einmal 30 Minuten weiter um unser Lager auf 4.370 Höhenmetern zu beziehen.
Um 4:30 heisst es Aufstehen. Auf uns wartet die gut eine Stunde Fahrtzeit entfernt gelegene "Sol de Mañana", ca. 90 Grad heisse Geysire. Hier kann man ohne Wegen folgen zu müssen oder von Absperrungen behindert über das Terrain laufen. Nicht ganz ungefährlich, wenn man bedenkt wie unstabil solch eine Gegend ist. Aber wir sind ja in Bolivien. Obwohl es bitter kalt ist, meine Handschuhe habe ich leider im grossen Rucksack vergessen, und es bis zum Himmel nach verfaulten Eiern stinkt ist auch dieser Ort faszinierend. Die Sonne bricht durch die Dunstschwaden. Vereinzelt kann man andere Personen ausmachen, die dann gleich wieder zu verschwinden scheinen. Eine ganz tolle Stimmung. Wenn uns Christobal nicht zur Weiterfahrt bewegen würde wäre ich es der spätestens jetzt darauf drängen würde. Es ist mittlerweile 6:00, ich habe genug von der stinkenden Luft inhaliert und mein Hungergefühl lässt sich nicht mehr ignorieren.
An einer weiteren Lagune lässt die Sonne riesige Mengen Feuchtigkeit verdunsten und die zusammen mit den Nebelschwaden bilden sich herrliche Anblicke. Wir lassen uns den von Maria gebackenen Kuchen und einen warmen Tee zum Frühstück schmecken. Ein absolutes Highlight wartet leider bis zum Schluss auf uns und wir können es nur 10 Minuten geniessen, die Laguna Verde. Sie befindet sich direkt am Fuss des Vulkans Lincancabur und wartet mit einem strahlend weissen Ufer und leuchtend grünem Wasser auf. Erneut bin ich sprachlos. Mache wie in Trance ein paar Panorama-Aufnahmen. Geniessen kann ich den Anblick in der kurzen Zeit leider nicht. Wir müssen gegen 10:00 den Bus an der Grenze erwischen.
Schaffen wir auch. Wir verabschieden uns von Christobal und Maria. Von Mario muss ich mich ebenso verabschieden. Und das an seinem Geburtstag! Da er noch in Bolivien bleiben möchte fährt er nach Uyuni zurück während ich in den Bus steige der mich nach Chile bringt. Ein komisches Gefühl, den langjährigen Freund und nun auch mehrmonatigen Reisegefährten durch eine Scheibe getrennt in der staubigen Pampa stehen zu lassen. Zu wissen, dass man sich wohl erst in 5 Wochen wieder sehen wird, erzeugt ein komisches Gefühl in der Magengegend. Aber es ist auch aufregend. Wir albern noch etwas herum. Ich versuche etwas von den Erklärungen des Busfahrers zur Einreise nach Chile mitzubekommen, drehe mich noch einmal nach Mario um aber er ist schon weg. Kommt man allein zurecht? Wird es langweilig? Ich werde es erleben!
Die Einreisebedingungen für Chile sind recht streng. Auf Anraten des Busfahrers werden Tüten voller Coca-Blätter entsorgt und es fliegen die Marihuana-Tüten während der Fahrt aus dem Bus. An der Grenzstation wird jeder Rucksack geöffnet und grob durchgeschaut. Kurz darauf steige ich in San Pedro de Atacama aus dem Bus. Bin in Chile angekommen.
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Samstag, 3. November 2007
Isla del Sol und der Titicaca See
Unglaublich! Wir schaffen es um sieben aus den Betten, die Rucksäcke zu deponieren, das Zimmer zu bezahlen, Geld zu wechseln, das Busticket nach La Paz zu kaufen und zu frühstücken um pünktlich zur Abfahrt um 8:00 am Boot in Richtung Isla del Sol zu sein. In See gestochen sind wir dann um 8:45. Ich finde jeder Tag sollte so beginnen!
Eigentlich ohne grosse Erwartungen sind wir gute zwei Stunden später an der Nordspitze der Insel angekommen. Die Isla del Sol beherbergt, der geläufigsten Inka-Schöpfungstheorie folgend, den Geburtsort der beiden Götterkinder Manco Kapac und Mama Ocllo in Form eines heiligen Felsens. Nun hatten wir gute fünf Stunden Zeit um eine Wanderung bis zur Südspitze zu machen. Wie wir recht schnell merken sollten haben es sich die paar wenigen Bewohner der Insel zur Angewohnheit gemacht die Touristen für Fotos bezahlen zu lassen. Und wenn es nur die eigene Schafherde ist, die dem künstlerisch ambitionierten Hobbyfotografen gerade ein paar Verrenkungen wert ist. Ein junges Mädel bestand ganz hartnäckig auf ihre Bezahlung. Leider hatten wir unser letztes bolivianisches Geld für die Tickets springen lassen. Und jetzt erklär' mal auf Quechua das dein kleinster Geldschein eine 10-Dollar-Note ist. Obwohl sie nur einen Boliviano haben wollte, meinte das Mädel plötzlich mit einem verschmitzten Grinsen, das sie auch Dollar nimmt und wir uns für den Rest noch ein, zwei Wasserflaschen und etwas zu knabbern nehmen könnten. (Der Dollar ist momentan 8 Bolivianos wert!) Wir haben uns noch einige Male bei ihr entschuldigt und mehr oder weniger lachend haben sich dann unsere Wege getrennt. Auch wenn wir die heiligen Orte und historischen Stätten der Insel aus finanzpolitischen Gründen gemieden haben war es ein absolut entspannter Tag mit bestem Wetter.
Um 18:30 sollte unser Bus nach La Paz fahren. Gegen halb sechs kamen wir von unserem Ausflug zurück. Spontan wollten wir noch Trucha (Forelle) in einem der Strandrestaurants (Holzhütten mit Gartenstühlen) essen. Unser Plan, dort Platz zu nehmen wo keine Gäste sitzen um besonders schnell das Essen serviert zu bekommen, wollte nicht so richtig aufgehen. Als es soweit war hatten wir 15 Minuten um die wirklich gute Forelle zu verschlingen, die Rucksäcke aus dem Hotel zu holen und unseren Bus zu finden. Wie immer herrscht ziemliches Chaos vor der Abfahrt und wir werden hektisch zum falschen Bus gewunken und unsere Rucksäcke auf das Dach verfrachtet. Als sich dann im Bus die Anzahl der Sitzplätze ungleich zu der Anzahl der Fahrgäste verhält wird der Irrtum schnell augenscheinlich. Der "richtige Bus" klingt wie ein Panzer und sieht aus als hätte er an beiden Weltkriegen teilgenommen. An der Fährstation steigt die Mehrzahl der Reisenden aus, Mario auch um etwas zu trinken zu holen. Ich bleibe sitzen und beobachte wie der Bus auf die wacklige Holzfähre rollt. In der Zeit verschwinden die anderen Reisenden in einem kleinen Boot, das sie anscheinend schneller an's andere Ufer bringt. Mario habe ich in der Dunkelheit aus den Augen verloren als sich auch der Bus vom Ufer zu entfernen beginnt. In der guten halben Stunde der Überfahrt habe ich genug Zeit um mir Gedanken zu machen ob ich Mario heute noch einmal wiedersehe oder am anderen Ufer mit den Rucksäcken den Bus verlassen soll. Erstaunt beobachte ich, das die Fährmänner nur mit Taschenlampen ausgestattet ihre Fracht zwischen den vielen anderen Booten hindurch manövrieren. Mit einem Grinsen denke ich an Deutschland und die Wahrscheinlichkeit der gleichen Szenerie. Auf der anderen Seite steigt dann auch Mario wieder in den Bus und wir legen grinsend Verhaltensmassnahmen für eventuell folgende Ereignisse dieser Art fest. Wieder auf der Strasse sehen wir später einen Geländewagen völlig zerbeult und auf dem Dach im Strassengraben liegend. Die Insassen liegen aus dem Fahrzeug geschleudert tot auf der Fahrbahn.
Es ist kurz nach 22:00 Uhr und wir fahren seit gut 30 Minuten durch die Aussenbezirke von La Paz als der Blick endlich über den Rand des Altiplano und in den Canyon frei wird. Ein riesiges Lichtermeer deutet die Ausmasse der Stadt an. Kontrastprogramm bieten die Ärmsten der Armen, die in Müllbergen an der Strasse liegen und Reste von Essbarem in ihre eigenen Plastetüten klauben. Dazwischen sieht man kopulierende Hunde. Ich möchte durch keine der endlos langen und schwach beleuchteten abzweigenden Strassen alleine gehen müssen.
La Paz ist die höchstgelegene Hauptstadt der Welt. Das Stadtzentrum befindet sich auf 3.636 Höhenmetern, 400 Meter unterhalb des Flughafens und der Neustadt El Alto. Die Häuser der Armenviertel klammern sich an den Rand des Canyons und erstrecken sich weit über das Altiplano hinaus. Wir verlassen den Bus im Friedhofsviertel. Sofort begrüssen uns zwei Polizisten und klären uns über die in La Paz herrschenden Sicherheitsrisiken auf. Es ist spät, das gesprochene Spanisch zu schnell für unsere Ohren, aber wir bekommen die Kernaussagen mit. Unser Reiseführer war in der Beziehung schon recht informativ. Dass die Polizisten persönlich das Taxi für uns heranwinken, sich die Fahrerlaubnis des Fahrers geben lassen und das Kennzeichen notieren, lässt Unerfreuliches erahnen. Das Hostel ist wieder eine Entäuschung.
Eigentlich ohne grosse Erwartungen sind wir gute zwei Stunden später an der Nordspitze der Insel angekommen. Die Isla del Sol beherbergt, der geläufigsten Inka-Schöpfungstheorie folgend, den Geburtsort der beiden Götterkinder Manco Kapac und Mama Ocllo in Form eines heiligen Felsens. Nun hatten wir gute fünf Stunden Zeit um eine Wanderung bis zur Südspitze zu machen. Wie wir recht schnell merken sollten haben es sich die paar wenigen Bewohner der Insel zur Angewohnheit gemacht die Touristen für Fotos bezahlen zu lassen. Und wenn es nur die eigene Schafherde ist, die dem künstlerisch ambitionierten Hobbyfotografen gerade ein paar Verrenkungen wert ist. Ein junges Mädel bestand ganz hartnäckig auf ihre Bezahlung. Leider hatten wir unser letztes bolivianisches Geld für die Tickets springen lassen. Und jetzt erklär' mal auf Quechua das dein kleinster Geldschein eine 10-Dollar-Note ist. Obwohl sie nur einen Boliviano haben wollte, meinte das Mädel plötzlich mit einem verschmitzten Grinsen, das sie auch Dollar nimmt und wir uns für den Rest noch ein, zwei Wasserflaschen und etwas zu knabbern nehmen könnten. (Der Dollar ist momentan 8 Bolivianos wert!) Wir haben uns noch einige Male bei ihr entschuldigt und mehr oder weniger lachend haben sich dann unsere Wege getrennt. Auch wenn wir die heiligen Orte und historischen Stätten der Insel aus finanzpolitischen Gründen gemieden haben war es ein absolut entspannter Tag mit bestem Wetter.
Um 18:30 sollte unser Bus nach La Paz fahren. Gegen halb sechs kamen wir von unserem Ausflug zurück. Spontan wollten wir noch Trucha (Forelle) in einem der Strandrestaurants (Holzhütten mit Gartenstühlen) essen. Unser Plan, dort Platz zu nehmen wo keine Gäste sitzen um besonders schnell das Essen serviert zu bekommen, wollte nicht so richtig aufgehen. Als es soweit war hatten wir 15 Minuten um die wirklich gute Forelle zu verschlingen, die Rucksäcke aus dem Hotel zu holen und unseren Bus zu finden. Wie immer herrscht ziemliches Chaos vor der Abfahrt und wir werden hektisch zum falschen Bus gewunken und unsere Rucksäcke auf das Dach verfrachtet. Als sich dann im Bus die Anzahl der Sitzplätze ungleich zu der Anzahl der Fahrgäste verhält wird der Irrtum schnell augenscheinlich. Der "richtige Bus" klingt wie ein Panzer und sieht aus als hätte er an beiden Weltkriegen teilgenommen. An der Fährstation steigt die Mehrzahl der Reisenden aus, Mario auch um etwas zu trinken zu holen. Ich bleibe sitzen und beobachte wie der Bus auf die wacklige Holzfähre rollt. In der Zeit verschwinden die anderen Reisenden in einem kleinen Boot, das sie anscheinend schneller an's andere Ufer bringt. Mario habe ich in der Dunkelheit aus den Augen verloren als sich auch der Bus vom Ufer zu entfernen beginnt. In der guten halben Stunde der Überfahrt habe ich genug Zeit um mir Gedanken zu machen ob ich Mario heute noch einmal wiedersehe oder am anderen Ufer mit den Rucksäcken den Bus verlassen soll. Erstaunt beobachte ich, das die Fährmänner nur mit Taschenlampen ausgestattet ihre Fracht zwischen den vielen anderen Booten hindurch manövrieren. Mit einem Grinsen denke ich an Deutschland und die Wahrscheinlichkeit der gleichen Szenerie. Auf der anderen Seite steigt dann auch Mario wieder in den Bus und wir legen grinsend Verhaltensmassnahmen für eventuell folgende Ereignisse dieser Art fest. Wieder auf der Strasse sehen wir später einen Geländewagen völlig zerbeult und auf dem Dach im Strassengraben liegend. Die Insassen liegen aus dem Fahrzeug geschleudert tot auf der Fahrbahn.
Es ist kurz nach 22:00 Uhr und wir fahren seit gut 30 Minuten durch die Aussenbezirke von La Paz als der Blick endlich über den Rand des Altiplano und in den Canyon frei wird. Ein riesiges Lichtermeer deutet die Ausmasse der Stadt an. Kontrastprogramm bieten die Ärmsten der Armen, die in Müllbergen an der Strasse liegen und Reste von Essbarem in ihre eigenen Plastetüten klauben. Dazwischen sieht man kopulierende Hunde. Ich möchte durch keine der endlos langen und schwach beleuchteten abzweigenden Strassen alleine gehen müssen.
La Paz ist die höchstgelegene Hauptstadt der Welt. Das Stadtzentrum befindet sich auf 3.636 Höhenmetern, 400 Meter unterhalb des Flughafens und der Neustadt El Alto. Die Häuser der Armenviertel klammern sich an den Rand des Canyons und erstrecken sich weit über das Altiplano hinaus. Wir verlassen den Bus im Friedhofsviertel. Sofort begrüssen uns zwei Polizisten und klären uns über die in La Paz herrschenden Sicherheitsrisiken auf. Es ist spät, das gesprochene Spanisch zu schnell für unsere Ohren, aber wir bekommen die Kernaussagen mit. Unser Reiseführer war in der Beziehung schon recht informativ. Dass die Polizisten persönlich das Taxi für uns heranwinken, sich die Fahrerlaubnis des Fahrers geben lassen und das Kennzeichen notieren, lässt Unerfreuliches erahnen. Das Hostel ist wieder eine Entäuschung.
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Samstag, 27. Oktober 2007
Machu Picchu
4:33 Uhr
Mist!
Verschlafen.
Wen wundert's? Mich nicht! Der Schlaf kam spät und die Nacht war verdammt kurz. Mehr oder weniger schnell die Klamotten angezogen, Zähne geputzt, Kamera geschnappt und ab auf den Weg. Es ist 5:00 Uhr. Wir kommen schnellen Schrittes zügig aus dem kleinen und von Bergen umzingelten Dorf heraus als wir auch schon die erste grössere Gruppe Gleichgesinnter vor uns sehen. Wir erhöhen unsere Schrittfrequenz und überholen die Gruppe gerade als wir vor den Stufen, von denen noch unzählige mehr auf uns warteten, ankommen. Die fortschreitende Morgendämmerung mit der ebenso dahin eilenden Uhrzeit abgleichend beginne ich die Treppen hochzuhetzen. Mario bringt mich zur Vernunft indem er sagt, das ich so nie oben ankomme. Im Zick-Zack-Rhythmus hecheln wir die Stufen hinauf. Ohne Frühstück und ohne etwas getrunken zu haben fühle ich mich schnell einem Herzstillstand nahe. Der Schweiss fliesst mir die Beine runter, brennt in den Augen. Ich muss die Brille abnehmen, die hohe Luftfeuchte lässt die Optik sofort beschlagen. Dem rapiden Flüssigkeitsverlust versuche ich mit grossen Schlucken aus meiner 2-Liter-Flasche Wasser entgegenzuwirken. Anscheinend vergeblich. Die Hose und das T-Schirt sind klatschnass. Nach einer halben Stunde werden die Beine immer schwerer, ich muss ständig kurze Pausen machen, und ich frage mich ob ich noch ganz "sauber" bin? Warum ich mir das antue? Schwer zu sagen, aber oben anzukommen, völlig ausgepowert und nicht einfach den Bus genommen zu haben, hat etwas Befriedigendes! Es ist kurz vor 6:00, die ersten Busse haben uns vor wenigen Sekunden über die Strasse eingeholt, als wir gut 400m höher am Eingang ankommen. Wir sehen knapp 100 Menschen bereits vor uns stehen und glauben zu spinnen. Taumelnd und am ganzen Körper dampfend reihen wir uns in die Warteschlange ein. Gegen 6:15 sind wir drinnen. Und es geht weiter über Treppen nach oben. Ich will nicht mehr. Wir schleppen uns zu einem recht guten Aussichtspunkt oberhalb der Anlage und ruhen kurz aus. Danach hört man für eine halbe Stunde nur noch das Auslösen unserer Kameras. Anschliessend setzen wir uns hin, verputzen Bananen und Kekse und geniessen für gut zwei Stunden diesen einfach nur genialen Ausblick!
Nachdem wir uns davon lösen können wandern wir noch zur Inka-Brücke und später zum Sonnentor. Wir essen unsere letzten Kekse und zwei ungewaschene Äpfel. Was sich später noch als sehr unklug erweisen sollte. Erst kurz vor Mittag, es ist jetzt unglaublich voll, kommen wir dazu uns die Ruinen aus der Nähe anzusehen. Die Mittagssonne treibt uns unter einen der wenigen schattenspendenen Unterstände. Hier werden wir immer wieder von Schulklassen als ebenso interessantes Motiv wie Machu Picchu entdeckt und dürfen für unzählige Aufnahmen mit uns umringenden Mädchen in deren Kameras lächeln. Kurz vor 18:00 Uhr verlassen wir diesen beeindruckenden Ort wieder. Die letzten zwölf Stunden scheinen wie im Flug vergangen zu sein und ich würde gern morgen noch einmal hierher zurückkehren.
Der Rückweg dauert keine Stunde, treibt uns aber wieder genauso den Schweiss auf die Stirn. Zurück in Aguas Calientes gibt es im Markt erstmal ein Glas frisch gepressten Orangensaft. Danach essen wir dort noch mehr oder weniger gut, wenigstens ist es wieder billig und fallen danach im Hostel auf unsere Betten.
Mist!
Verschlafen.
Wen wundert's? Mich nicht! Der Schlaf kam spät und die Nacht war verdammt kurz. Mehr oder weniger schnell die Klamotten angezogen, Zähne geputzt, Kamera geschnappt und ab auf den Weg. Es ist 5:00 Uhr. Wir kommen schnellen Schrittes zügig aus dem kleinen und von Bergen umzingelten Dorf heraus als wir auch schon die erste grössere Gruppe Gleichgesinnter vor uns sehen. Wir erhöhen unsere Schrittfrequenz und überholen die Gruppe gerade als wir vor den Stufen, von denen noch unzählige mehr auf uns warteten, ankommen. Die fortschreitende Morgendämmerung mit der ebenso dahin eilenden Uhrzeit abgleichend beginne ich die Treppen hochzuhetzen. Mario bringt mich zur Vernunft indem er sagt, das ich so nie oben ankomme. Im Zick-Zack-Rhythmus hecheln wir die Stufen hinauf. Ohne Frühstück und ohne etwas getrunken zu haben fühle ich mich schnell einem Herzstillstand nahe. Der Schweiss fliesst mir die Beine runter, brennt in den Augen. Ich muss die Brille abnehmen, die hohe Luftfeuchte lässt die Optik sofort beschlagen. Dem rapiden Flüssigkeitsverlust versuche ich mit grossen Schlucken aus meiner 2-Liter-Flasche Wasser entgegenzuwirken. Anscheinend vergeblich. Die Hose und das T-Schirt sind klatschnass. Nach einer halben Stunde werden die Beine immer schwerer, ich muss ständig kurze Pausen machen, und ich frage mich ob ich noch ganz "sauber" bin? Warum ich mir das antue? Schwer zu sagen, aber oben anzukommen, völlig ausgepowert und nicht einfach den Bus genommen zu haben, hat etwas Befriedigendes! Es ist kurz vor 6:00, die ersten Busse haben uns vor wenigen Sekunden über die Strasse eingeholt, als wir gut 400m höher am Eingang ankommen. Wir sehen knapp 100 Menschen bereits vor uns stehen und glauben zu spinnen. Taumelnd und am ganzen Körper dampfend reihen wir uns in die Warteschlange ein. Gegen 6:15 sind wir drinnen. Und es geht weiter über Treppen nach oben. Ich will nicht mehr. Wir schleppen uns zu einem recht guten Aussichtspunkt oberhalb der Anlage und ruhen kurz aus. Danach hört man für eine halbe Stunde nur noch das Auslösen unserer Kameras. Anschliessend setzen wir uns hin, verputzen Bananen und Kekse und geniessen für gut zwei Stunden diesen einfach nur genialen Ausblick!
Nachdem wir uns davon lösen können wandern wir noch zur Inka-Brücke und später zum Sonnentor. Wir essen unsere letzten Kekse und zwei ungewaschene Äpfel. Was sich später noch als sehr unklug erweisen sollte. Erst kurz vor Mittag, es ist jetzt unglaublich voll, kommen wir dazu uns die Ruinen aus der Nähe anzusehen. Die Mittagssonne treibt uns unter einen der wenigen schattenspendenen Unterstände. Hier werden wir immer wieder von Schulklassen als ebenso interessantes Motiv wie Machu Picchu entdeckt und dürfen für unzählige Aufnahmen mit uns umringenden Mädchen in deren Kameras lächeln. Kurz vor 18:00 Uhr verlassen wir diesen beeindruckenden Ort wieder. Die letzten zwölf Stunden scheinen wie im Flug vergangen zu sein und ich würde gern morgen noch einmal hierher zurückkehren.
Der Rückweg dauert keine Stunde, treibt uns aber wieder genauso den Schweiss auf die Stirn. Zurück in Aguas Calientes gibt es im Markt erstmal ein Glas frisch gepressten Orangensaft. Danach essen wir dort noch mehr oder weniger gut, wenigstens ist es wieder billig und fallen danach im Hostel auf unsere Betten.
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| Machu Picchu |
Freitag, 26. Oktober 2007
Ollantaytambo und Aguas Calientes
In Ollantaytambo findet man noch sehr viele Hinweise auf die alte Bauweise der Inkas. Die Gassen sind vielleicht einen Meter breit und viele Gebäude zeigen als Fundament die von den Inkas perfekt ineinander gefügten Steine. Darauf wurden die heutigen Häuser errichtet.
Frühstück essen wir in einem Hinterhof von einem kleinen Lokal, da wir an der frischen Luft sitzen wollen und ausserdem eine Schulklasse gerade im Inneren ihr Frühstück in Form von Spaghettis verputzt. Zurück zum mehr als interessanten Leben im Innenhof, an der Wand hängt die Hälfte von dem was vielleicht einmal ein Schwein war, was ich anhand der kurzen Beine einfach mal vermute. Direkt neben uns wäscht eine Frau in einer kleinen Plastikwanne die Wäsche. Zu uns an den Tisch setzt sich ein vielleicht Zehnjähriger der den Kleinsten der Familie beaufsichtigt. Auf dem Boden kauernd kocht ein Mann in diversen Töpfen undefinierbare Gerichte zusammen während die Tochter sich um unser Frühstück bemüht. Die ganze Zeit springen zwischen uns mehrere Hunde der verschiedensten Rassen herum. Wie wir es oft machen bringe ich unser Geschirr in die Küche und die Mutter bedankt sich bei mir und meint mit einem Lächeln, das ich hier gebraucht werden könnte. Das ich ihr Gesagtes verstehe zeigt mir, das mein Spanisch langsam auch besser wird.
Jetzt sind wir auch bereit für die nächsten Ruinen. Einige Terassenfelder hinauf und ein paar Stufen weiter stehen wir vor sechs riesigen sehr sorgfältig bearbeiteten Steinblöcken. In einem Museum wurde gezeigt, das die Inkas rundgeschliffene Steinkugeln zum transportieren grösserer Gegenstände genutzt haben. Das Rad kannten sie nicht. An vielen Steinblöcken sieht man auch so eine Art Henkel die ein leichteres Tragen ermöglichten. Unterhalb der Anlage befindet sich das sogenannte Baño de la Ñusta - das Bad der Prinzessin - aus grauem Granit. Hier findet man ein ausgeklügeltes Wassersystem und zahlreiche Becken. Genauso beeindruckend sind die in den harten Fels geschnittenen Sitze die absolut eben und glatt poliert sind.
Um 20:15 fahren wir mit dem Backpacker Nachtzug von Ollantaytambo nach Aguas Calientes um am nächsten Tag Machu Picchu zu erleben. Irgendwie braucht der kleine Zug dafür gute 40 Minuten länger als es im Fahrplan vermerkt ist und wir sind froh, das wir unsere Eintrittskarten für den nächsten Tag bereits gekauft haben. Mittlerweile haben wir auch gelernt selbst in touristischen Hochburgen recht günstig zu leben. Die auf uns einstürzenden Fänger der Hostels wimmeln wir erstmal alle ab. Einer bleibt hartnäckig und verlangt insgesamt Sol 40,- pro Nacht. Wir wissen das noch keine Hauptsaison ist, schenken ihm ein Lächeln und bieten im Sol 20,- die er dann auch akzeptiert. Man kann also erahnen welche Preisspannen hier bestehen. Das Hostel liegt dann auch ganz mahlerisch zwischen dem reisenden und dementsprechend lauten Fluss Vilcanota auf der einen und der Bahnlinie auf der anderen Seite. Sobald eine Zug vorbeirattert erbebt das ganze Gebäude und die Geräuschkulisse erreicht ungeahnte Dimensionen. Bis wir ins Bett kommen ist es 0:45 Uhr und wir wollen/müssen um 4:00 Uhr bereits wieder aufstehen um Machu Picchu im Licht der aufgehenden Sonne zu fotografieren.
Frühstück essen wir in einem Hinterhof von einem kleinen Lokal, da wir an der frischen Luft sitzen wollen und ausserdem eine Schulklasse gerade im Inneren ihr Frühstück in Form von Spaghettis verputzt. Zurück zum mehr als interessanten Leben im Innenhof, an der Wand hängt die Hälfte von dem was vielleicht einmal ein Schwein war, was ich anhand der kurzen Beine einfach mal vermute. Direkt neben uns wäscht eine Frau in einer kleinen Plastikwanne die Wäsche. Zu uns an den Tisch setzt sich ein vielleicht Zehnjähriger der den Kleinsten der Familie beaufsichtigt. Auf dem Boden kauernd kocht ein Mann in diversen Töpfen undefinierbare Gerichte zusammen während die Tochter sich um unser Frühstück bemüht. Die ganze Zeit springen zwischen uns mehrere Hunde der verschiedensten Rassen herum. Wie wir es oft machen bringe ich unser Geschirr in die Küche und die Mutter bedankt sich bei mir und meint mit einem Lächeln, das ich hier gebraucht werden könnte. Das ich ihr Gesagtes verstehe zeigt mir, das mein Spanisch langsam auch besser wird.
Jetzt sind wir auch bereit für die nächsten Ruinen. Einige Terassenfelder hinauf und ein paar Stufen weiter stehen wir vor sechs riesigen sehr sorgfältig bearbeiteten Steinblöcken. In einem Museum wurde gezeigt, das die Inkas rundgeschliffene Steinkugeln zum transportieren grösserer Gegenstände genutzt haben. Das Rad kannten sie nicht. An vielen Steinblöcken sieht man auch so eine Art Henkel die ein leichteres Tragen ermöglichten. Unterhalb der Anlage befindet sich das sogenannte Baño de la Ñusta - das Bad der Prinzessin - aus grauem Granit. Hier findet man ein ausgeklügeltes Wassersystem und zahlreiche Becken. Genauso beeindruckend sind die in den harten Fels geschnittenen Sitze die absolut eben und glatt poliert sind.
Um 20:15 fahren wir mit dem Backpacker Nachtzug von Ollantaytambo nach Aguas Calientes um am nächsten Tag Machu Picchu zu erleben. Irgendwie braucht der kleine Zug dafür gute 40 Minuten länger als es im Fahrplan vermerkt ist und wir sind froh, das wir unsere Eintrittskarten für den nächsten Tag bereits gekauft haben. Mittlerweile haben wir auch gelernt selbst in touristischen Hochburgen recht günstig zu leben. Die auf uns einstürzenden Fänger der Hostels wimmeln wir erstmal alle ab. Einer bleibt hartnäckig und verlangt insgesamt Sol 40,- pro Nacht. Wir wissen das noch keine Hauptsaison ist, schenken ihm ein Lächeln und bieten im Sol 20,- die er dann auch akzeptiert. Man kann also erahnen welche Preisspannen hier bestehen. Das Hostel liegt dann auch ganz mahlerisch zwischen dem reisenden und dementsprechend lauten Fluss Vilcanota auf der einen und der Bahnlinie auf der anderen Seite. Sobald eine Zug vorbeirattert erbebt das ganze Gebäude und die Geräuschkulisse erreicht ungeahnte Dimensionen. Bis wir ins Bett kommen ist es 0:45 Uhr und wir wollen/müssen um 4:00 Uhr bereits wieder aufstehen um Machu Picchu im Licht der aufgehenden Sonne zu fotografieren.
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| Ollantayta |
Donnerstag, 25. Oktober 2007
Urubamba
Mit Sol 7,- weniger in der Reisekasse und 1,5 Stunden später sind wir in Urubamba aus dem Bus gestiegen. Keine 10 Minuten Busfahrt hinter Cusco kann man wieder Familien beim Wäschewaschen im Fluss beobachten und die Gebäude sind auch nicht mehr aus Stein sondern mit Lehmziegeln gebaut. Wer es sich leisten kann hat ein Dach aus Wellblech. Die Menschen leben ausschliesslich von der Landwirtschaft.
Da es schon wieder nach 14:00 war wurde es auch Zeit noch schnell ein billiges Mittagsmenue für Sol 5,- zu verputzen. Am Busterminal wollten wir unsere Weiterfahrt am Abend klären. Als wir noch einmal nachfragen ob wir auf dem richtigen Weg sind bescheren uns 3 Männer, die einen Bus reparieren, das zweite negative Erlebnis des Tages. Ganz bewusst schicken sie uns zuerst genau in die aus der wir kamen. Erst als der Dritte anscheinend meint, die Anderen sollten den Quatsch lassen, bekommen wir eine brauchbare Antwort. Keine Ahnung was heute los ist, bisher sind uns die Peruaner sehr freundlich und aufgeschlossen begegnet. Aber Spassvögel gibt es halt überall. Vom Busbahnhof fahren wir, zum ersten Mal mit einer Motorrad-Rickscha, weiter nach Tarabamba. Wir wollen uns das Dorf Pichingoto und die über 5.000 terassenförmigen Salzfelder, die bereits die Inkas genutzt haben, ganz in der Nähe anschauen. Laut unserem Footprint soll Pichingoto direkt unter einem überhängenden Cliff liegen. Das Dorf haben wir gefunden, das Cliff war weit und breit nicht zu sehen.
Wir folgen dem Weg oberhalb der Salzbecken und stehen plötzlich vor einem Tor und sehen trotz der Abgelegenheit auch wieder einen Reisebus. Als wir durch das Tor treten fliegt auch gleich ein emsiger Abkassierer mit blutunterlaufenen Augen auf uns zu und möchte von uns Sol 10 für den Eintritt haben. Wir lehnen dankbar ab und machen einfach wieder ein paar Schritte zurück hinter das Tor. Immer noch sichtlich erregt über unsere anscheinend recht legere Lösung kommt er wenige Minuten später erneut zu uns herüber und fordert uns auf zu gehen, da dies ein Privatweg sei. Wir erklären ihm, das dieser Weg im Reiseführer erwähnt sei und auch nirgends ein entsprechendes Hinweisschild zu entdecken war. Wir schinden 5 Minuten heraus um von der Stelle noch ein paar Fotos zu machen, wissen aber bereits, das die besseren Möglichkeiten noch auf dem Rückweg auf uns warten. Ich gehe davon aus, das die Arbeiter auf diesen Salzfeldern nicht viel verdienen, glaube aber genauso, das sie von den Eintrittsgeldern keinen Centimo sehen und ich kann und will vor allem nicht für jede sogenannte Touristenattraktion bezahlen müssen. Auch wenn Sol 5,- für mich nur etwas mehr als ein Euro sind sehe ich nicht ein, warum ich für ein paar Meter zu einem Café direkt über den Salzbecken, zudem ich überhaupt nicht möchte, und zwei Stegen auf denen der Pauschaltourist herumtrampeln darf, bezahlen soll.
Zurück an der Strasse erwischen wir gleich einen Kleinbus, der uns nach Ollantaytambo bringt. Meistens essen wir in den Lokalen der Einheimischen oder auf den Märkten. Dort wird meistens das Menue Economico (für 0,80-1,20 EUR) angeboten. Dafür bekommt man eine oft sehr gute Suppe, ein recht einfaches Reisgericht, ein Getränk und manchmal noch einen Nachtisch. Wir sind meistens die einzigen Touristen an diesen Orten und viele der Einheimischen nicken uns dann freundlich zu und fangen ein Gespräch an. Immer wieder werden wir gebeten uns fotografieren zu lassen. Anscheinend sind wir für die Menschen hier genauso interessant wie sie für uns. Heute gehen wir aber seit langem mal wieder etwas "gehobener" für 3 Euro essen. Die Burritos sind sehr gut. Für das Bier zum Essen bleiben wir aber zu knauserig und holen es uns später in einem kleinen Laden. Auf dem Dorfplatz übt eine Gruppe kleiner Kinder, alle vielleicht zwischen vier und sechs Jahre alt, eifrig ihren Tanz für das kommende Fest und vereinzelt erteilt der Lehrer streng Anweisungen. Aber alle sind ganz konzentriert dabei und mittlerweile ist es bereits gegen 21:00 Uhr. Es ist mir aber schon oft aufgefallen, das Kinder hier einen ganz anderen Tagesablauf haben als z.B. in Deutschland. Viele, aber lange nicht alle, sind bis um zwölf in der Schule und danach müssen sie jeden Tag bis spät in die Nacht im kleinen Verkaufsstand der Eltern mitarbeiten, sind Schuhputzer oder ziehen vielleicht bettelnd durch die Strassen. Viele der kleinen Stände sind rund um die Uhr geöffnet, da ist es keine Seltenheit, wenn das Kleinkind einfach auf dem Boden in eine Decke gewickelt zum Schlafen gelegt wird. Und auf unseren Nachtfahrten sehen wir oft noch nach Mitternacht Kleinkinder auf den Strassen umher rennen. Trotzdem scheinen sie glücklich zu sein und es wird zu jeder Gelegenheit viel gelacht.
Da es schon wieder nach 14:00 war wurde es auch Zeit noch schnell ein billiges Mittagsmenue für Sol 5,- zu verputzen. Am Busterminal wollten wir unsere Weiterfahrt am Abend klären. Als wir noch einmal nachfragen ob wir auf dem richtigen Weg sind bescheren uns 3 Männer, die einen Bus reparieren, das zweite negative Erlebnis des Tages. Ganz bewusst schicken sie uns zuerst genau in die aus der wir kamen. Erst als der Dritte anscheinend meint, die Anderen sollten den Quatsch lassen, bekommen wir eine brauchbare Antwort. Keine Ahnung was heute los ist, bisher sind uns die Peruaner sehr freundlich und aufgeschlossen begegnet. Aber Spassvögel gibt es halt überall. Vom Busbahnhof fahren wir, zum ersten Mal mit einer Motorrad-Rickscha, weiter nach Tarabamba. Wir wollen uns das Dorf Pichingoto und die über 5.000 terassenförmigen Salzfelder, die bereits die Inkas genutzt haben, ganz in der Nähe anschauen. Laut unserem Footprint soll Pichingoto direkt unter einem überhängenden Cliff liegen. Das Dorf haben wir gefunden, das Cliff war weit und breit nicht zu sehen.
Wir folgen dem Weg oberhalb der Salzbecken und stehen plötzlich vor einem Tor und sehen trotz der Abgelegenheit auch wieder einen Reisebus. Als wir durch das Tor treten fliegt auch gleich ein emsiger Abkassierer mit blutunterlaufenen Augen auf uns zu und möchte von uns Sol 10 für den Eintritt haben. Wir lehnen dankbar ab und machen einfach wieder ein paar Schritte zurück hinter das Tor. Immer noch sichtlich erregt über unsere anscheinend recht legere Lösung kommt er wenige Minuten später erneut zu uns herüber und fordert uns auf zu gehen, da dies ein Privatweg sei. Wir erklären ihm, das dieser Weg im Reiseführer erwähnt sei und auch nirgends ein entsprechendes Hinweisschild zu entdecken war. Wir schinden 5 Minuten heraus um von der Stelle noch ein paar Fotos zu machen, wissen aber bereits, das die besseren Möglichkeiten noch auf dem Rückweg auf uns warten. Ich gehe davon aus, das die Arbeiter auf diesen Salzfeldern nicht viel verdienen, glaube aber genauso, das sie von den Eintrittsgeldern keinen Centimo sehen und ich kann und will vor allem nicht für jede sogenannte Touristenattraktion bezahlen müssen. Auch wenn Sol 5,- für mich nur etwas mehr als ein Euro sind sehe ich nicht ein, warum ich für ein paar Meter zu einem Café direkt über den Salzbecken, zudem ich überhaupt nicht möchte, und zwei Stegen auf denen der Pauschaltourist herumtrampeln darf, bezahlen soll.
Zurück an der Strasse erwischen wir gleich einen Kleinbus, der uns nach Ollantaytambo bringt. Meistens essen wir in den Lokalen der Einheimischen oder auf den Märkten. Dort wird meistens das Menue Economico (für 0,80-1,20 EUR) angeboten. Dafür bekommt man eine oft sehr gute Suppe, ein recht einfaches Reisgericht, ein Getränk und manchmal noch einen Nachtisch. Wir sind meistens die einzigen Touristen an diesen Orten und viele der Einheimischen nicken uns dann freundlich zu und fangen ein Gespräch an. Immer wieder werden wir gebeten uns fotografieren zu lassen. Anscheinend sind wir für die Menschen hier genauso interessant wie sie für uns. Heute gehen wir aber seit langem mal wieder etwas "gehobener" für 3 Euro essen. Die Burritos sind sehr gut. Für das Bier zum Essen bleiben wir aber zu knauserig und holen es uns später in einem kleinen Laden. Auf dem Dorfplatz übt eine Gruppe kleiner Kinder, alle vielleicht zwischen vier und sechs Jahre alt, eifrig ihren Tanz für das kommende Fest und vereinzelt erteilt der Lehrer streng Anweisungen. Aber alle sind ganz konzentriert dabei und mittlerweile ist es bereits gegen 21:00 Uhr. Es ist mir aber schon oft aufgefallen, das Kinder hier einen ganz anderen Tagesablauf haben als z.B. in Deutschland. Viele, aber lange nicht alle, sind bis um zwölf in der Schule und danach müssen sie jeden Tag bis spät in die Nacht im kleinen Verkaufsstand der Eltern mitarbeiten, sind Schuhputzer oder ziehen vielleicht bettelnd durch die Strassen. Viele der kleinen Stände sind rund um die Uhr geöffnet, da ist es keine Seltenheit, wenn das Kleinkind einfach auf dem Boden in eine Decke gewickelt zum Schlafen gelegt wird. Und auf unseren Nachtfahrten sehen wir oft noch nach Mitternacht Kleinkinder auf den Strassen umher rennen. Trotzdem scheinen sie glücklich zu sein und es wird zu jeder Gelegenheit viel gelacht.
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| Salinas |
Dienstag, 23. Oktober 2007
Pisac - im heiligen Tal der Inkas
Ungefähr 30 Kilometer nördlich von Cusco befindet auf einem Bergrücken hoch über dem Dorf Pisac die gleichnamige Inka-Festung. Unser Aufstieg über die in Terassenform angelegten Felder der Inkas dauerte ca. eine Stunde. Die erste Gruppe von Gebäuden, Pisaqa genannt, erreicht man über eine schmale ungefähr 50m lange Treppe die nur für eine Person Platz bietet. Es war wieder beeindruckend zu sehen, an welchen ausgesetzten Stellen perfekt und teilweise wellenförmig gearbeitete Mauern errichtet wurden. Anschliessend erreicht man den zentralen Teil der Anlage, Intihuatana. Die Inkas glaubten, das hier die Sonne angebunden sei. Mittlerweile ist die Stätte geschlossen, da Diebe verschiedene Teile gestohlen haben. Neben Mond- und Sonnentempel gibt es perfekt gearbeitete Wasserkanäle und Bäder zu sehen. Weiter den Bergrücken entlang durch einen Tunnel gelangt man zum Militärbereich und schliesslich zu den Unterkünften der Bauern. Die terassenförmigen und teilweise über 50m breiten Felder ziehen sich oftmals von der Anlage bis fast ins Tal hinunter. Die gesamte Anlage nimmt auf dem Kamm gute 400m ein, würde ich schätzen.
Zurück im Dorf haben wir für ganze 2 Sol recht anständig gegessen und uns dann in einen übervollen Bus gequetscht um wieder nach Cusco zu kommen.
PS: Und ich war nach 4 Monaten mal wieder zum Haare schneiden! ;-)
Zurück im Dorf haben wir für ganze 2 Sol recht anständig gegessen und uns dann in einen übervollen Bus gequetscht um wieder nach Cusco zu kommen.
PS: Und ich war nach 4 Monaten mal wieder zum Haare schneiden! ;-)
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| Pisac |
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