Sonntag, 25. November 2007

Chaitén

Obwohl die Fähre Chaitén um 8:00 erreichen sollte schippern wir zu dieser Uhrzeit immer noch auf dem offenen Gewässer. Die Gischt peitscht über den Bug und das Schiff schaukelt ordentlich hin und her. Wegen des starken Gegenwinds legen wir mit satten fünf Stunden Verspätung um 13:00 endlich an. Wie ich später schnell merken soll läuft in Patagonien alles mit einer gelassener Ruhe ab. Die Unterkunft für die nächsten Tage hatte ich mir bereits gestern bei der Informationsbeschaffung über die Gegend um Chaitén im Internet gesucht. Überraschend werde ich von Stefan am Hafen abgeholt und bin froh nach der letzten Nacht nicht mehr mit dem schweren Gepäck loslaufen zu müssen. Die von ihm geführte Casa Hexagon ist ein zwei Jahre altes und um einen Baumstamm gebautes Heim, das er selbst gebaut. Im Aufenthaltsbereich hat er z.B. grosse Steine als Ersatz für gewöhnliche Fliesen ausgelegt. Auch wenn man aufpassen muss um nicht zu stolpern eine schöne Idee die einen ganz besonderen Flair schafft. Ausserdem findet man im ganzen Haus sehr viele Zeichnungen von befreundeten Künstlern und seine eigenen fantastischen Origami-Gebilde. Nach eigener Auskunft ist er einer der Besten die diese Kunst beherrschen. Er hat wohl mit dieser Leidenschaft auf den Strassen in Deutschland das Geld verdient um hier in dieser Abgeschiedenheit seinen Traum zu verwirklichen. Einen kleinen Eindruck könnt ihr Euch hier verschaffen.

Jörg und Jan, die ich auf der Fähre kennengelernt habe, landen eine Stunde später auch hier nachdem ich ihnen diesen Tipp gegeben habe. Stefan reist bereits seit 10 Jahren durch Patagonien und weiss mit vielen Tipps die Neugier zu wecken. Das Hostal liegt am Rand der Siedlung mit einem herrlichen Blick auf die unberührte Natur. Man braucht nur durch das Gartentor zu gehen und kann sofort loswandern. Obwohl ich eigentlich eben noch hundemüde war und nur noch in mein Bett fallen wollte machen wir uns zusammen gleich wieder auf um die Gegend zu entdecken. Zuerst essen wir aber noch sehr guten Lachs in einer sehr urigen Kneipe. Die Tür ist ein riesiges Eisentor so das man denkt eigentlich gleich in einer Garage zu stehen. Später erreichen wir kurz nach Durchquerung eines Armee-Lagers einen herrlichen Wasserfall der sich abwechselnd von links nach rechts in die Tiefe stürzt. Der dichte Regenwald ist unglaublich faszinierend. Alles ist in sattes Grün getaucht und man sieht vor lauter Pflanzen nicht einmal mehr den Boden.

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